Österreich gewinnt Teambewerb in Willingen

7. Februar 2009, 17:56
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Die ÖSV-Adler - ohne Schlierenzauer angetreten - setzten sich hauchdünn vor Norwegen durch - Finnland mit Respektabstand auf Rang drei

Willingen - Österreichs Skispringer haben ihre Vormachtstellung in der heurigen Weltcup-Saison auch am Samstag in Willingen unter Beweis gestellt. Die ohne dem Weltcup-Führenden Gregor Schlierenzauer und Martin Koch angetretene ÖSV-Truppe (902,9 Punkte) setzte sich zum Auftakt der neu geschaffenen Team-Tour in der Besetzung Thomas Morgenstern, Markus Eggenhofer, Andreas Kofler und Tournee-Sieger Wolfgang Loitzl hauchdünn vor Norwegen (901,2) und klar vor Kuusamo-Sieger Finnland (793,2) durch.

Die Österreicher waren vor 20.000 Zuschauern nach sechs von acht Serien in Führung gelegen, nur nach dem ersten Sprung (hinter Finnland) und zur Halbzeit (5,9 Punkte hinter Norwegen) hatte man kurzzeitig den ersten Platz abgeben müssen. "Die Leistung und der Sieg sind höher einzuschätzen, da wir von den Bedingungen nicht begünstigt waren", zog ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner ein positives Resümee. Erfolgsgarant auf der Mühlenkopfschanze war vor allem Weltcup-Gesamtsieger Morgenstern, der als einziger Springer im gesamten Feld zweimal (140/143,5) die 140-m-Marke überquerte. "Beim Morgi sieht man, dass er immer besser und sicherer wird", sagte Pointner.

Einzel-Qualifikations-Sieger Markus Eggenhofer (132/122) zeigte bei seinem Premieren-Auftritt mit der österreichischen Mannschaft keine Nerven und das trotz zweimaliger schwerer Wetterbedingungen. "Er hat erstmals Verantwortung übernommen und sein Debüt mit Bravour gemeistert", meinte ein zufriedener Pointner.

Loitzl (125,5/122), der vor dem Bewerb nachträglich einen Subaru Forrester für seinen Tournee-Gesamtsieg überreicht bekommen hatte und zum Abschluss genauso weit wie der Norweger Anders Jacobsen sprang und damit den knappen Sieg fixierte, bot eine solide Leistung. "Es waren nicht seine besten Sprünge, aber sie waren sehr solide", analysierte Pointner. Nicht ganz zufrieden war der ÖSV-Trainer mit Andreas Kofler (131/114,5), der nach einer Wettkampfpause erstmals wieder zum Einsatz gekommen war. "Er hat mehr drauf, wird nicht zufrieden sein", sagte Pointner.

Beim ersten Teambewerb der Saison hatte sich noch Finnland Ende November vor Österreich (Morgenstern, Schlierenzauer, Koch, Loitzl) durchgesetzt. In der Nationenwertung bauten die Österreicher (4.616 Punkte) ihre klare Führung weiter aus, liegen vor Finnland (2.324) und Norwegen (1.963) voran.

Am Sonntag steht in Willingen (mit Schlierenzauer) ein Einzelbewerb auf dem Programm, in der kommenden Woche geht es dann in Klingenthal (Mittwoch) und Oberstdorf (Samstag und Sonntag/Team) weiter. Für die mit 335.000 Euro dotierte Team-Tour werden die Ergebnisse der Teambewerbe und jene der jeweils zwei besten Springer jedes Landes in den drei Einzelkonkurrenzen gewertet. "Die Team-Tour ist eine gute Idee, wir nehmen sie sehr ernst. Der erste Schritt zum Sieg ist gemacht. In Richtung WM werden wir den einen oder anderen Abstrich machen, wir wollen sie aber natürlich trotzdem gewinnen", resümierte Pointner. (APA)

Ergebnisse des zum Skisprung-Weltcup und zur neu geschaffenen Team-Tour zählenden Mannschaftsbewerbs in Willingen vom Samstag:

1. ÖSTERREICH 902,9 Pkt. (Thomas Morgenstern/140 m/143,5; Markus Eggenhofer 132/122; Andreas Kofler 131/114,5; Wolfgang Loitzl/125,5/122)

2. NORWEGEN 901,2 (Roar Ljökelsöy/139/139,5; Tom Hilde/120,5/119; Anders Bardal/140/119,5; Anders Jacobsen/134,5/122)

3. FINNLAND 793,2 (Ville Larinto/142,5/138; Kalle Keituri 120/99; Matti Hautamäki/135/118,5; Harri Olli/117/114)

4. DEUTSCHLAND 778,7 (Michael Neumayer/134,5/132; Severin Freund/120/102,5; Stephan Hocke/127/102,5; Martin Schmitt/131/127)

5. JAPAN 750,8 (Shohei Tochimoto/128,5/124,5; Yuta Watase/117,5/106,5; Noriaki Kasai/132/108,5; Daiki Ito/121/122,5)

6. RUSSLAND 732,0 (Dimitri Wassiljew/137/130,5; Pawel Karelin/113/116; Ilja Rosliakow/129,5/110,5; Denis Kornilow/111/105)

7. TSCHECHIEN 707,4 (Ondrej Vaculik/122,5/116; Martin Cikl/115,5/109,5; Roman Koudelka/138/111,5; Jakub Janda/123,5/104)

8. POLEN 690,1 (Rafal Sliz/121/107,5; Kamil Stoch/121/117; Stefan Hula/125/95,5; Adam Malysz/127,5/117,5) Nicht für das Finale qualifiziert:

9. SLOWENIEN 360,1 10. KASACHSTAN 276,5 11. SÜDKOREA 242,8

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