Behörden ermitteln gegen Arzt

7. Februar 2009, 15:54
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Fruchtbarkeitsbehandlung an sechsfacher Mutter vorgenommen

Los Angeles - Nach der umstrittenen Achtlingsgeburt in Kalifornien ermittelt die Gesundheitsbehörde gegen den Arzt. Dieser hatte die künstliche Befruchtung vorgenommen, obwohl die Frau bereits sechs Kinder hatte. Es müsse geprüft werden, ob im Fall der 33-jährigen Nadya Suleman medizinische Richtlinien verletzt worden seien, teilte Behördensprecherin Candis Cohen am Freitag in Los Angeles mit.

Die Achtlingsgeburt hat in den USA öffentliche Empörung ausgelöst, nachdem bekannt wurde, dass die arbeitslose, geschiedene und alleinerziehende Mutter bereits sechs Kinder hat. Viele Menschen nannten es daraufhin unverantwortlich, ihr noch eine weitere Fruchtbarkeitsbehandlung zukommen zu lassen.

Sechs Eizellen

Die Frau sagte in einem Interview des Senders NBC, dass ein einziger Mediziner für die In-Vitro-Befruchtungen aller ihrer Kinder zuständig war. Der Frau waren sechs befruchtete Eizellen eingesetzt worden. Aus je zwei davon wurden Zwillinge, so dass es schließlich zu Achtlingen kam. Nach Sulemans Worten waren ihr bislang bei jeder ihrer künstlich herbeigeführten Schwangerschaften sechs Embryonen eingepflanzt worden.

Medizinexperten reagierten mit Kopfschütteln. "Die Enthüllung, dass ein einziges Zentrum die Frau behandelt hat, macht die Behandlung nur noch schwerer verständlich", erklärte der Bioethiker Arthur Caplan von der Universität Pennsylvania. "Sie machten weiter in dem Wissen, dass sie sechs Kinder hatte, dass sie alleinerziehend war - und doch pflanzten sie ihr die Embryonen ein."

In den USA gibt es kein Gesetz, dass die Zahl der Embryonen vorschreibt, die in eine Gebärmutter eingepflanzt werden dürfen. Gewöhnlich wird mehr als eine befruchtete Eizelle implantiert, um die Chancen zu erhöhen, dass tatsächlich ein Kind heranwächst.

In dem NBC-Interview erklärte Suleman auf die Frage, warum sie sich so viele Embryonen habe einpflanzen lassen: "Das sind meine Kinder, und das ist, was verfügbar war, und ich habe sie benutzt. Ja, ich bin ein Risiko eingegangen. Es ist ein Spiel. Das ist es immer." Sie habe ihr ganzes Leben Mutter sein wollen und sieben Jahre dafür gekämpft, bis sie 2001 ihr erstes Kind bekommen habe.

Die Achtlinge kamen am 26. Jänner per Kaiserschnitt zur Welt. Es war erst der zweite Fall weltweit, in dem alle acht Kinder lebend geboren wurden. Die Babys wogen bei der Geburt zwischen 680 und 1.475 Gramm und sind weiterhin im Krankenhaus.

Suleman wurde nach der Geburt vorgeworfen, unverantwortlich gehandelt zu haben und die Achtlinge nur bekommen zu haben, um Geld mit Buch- und Fernsehverträgen zu verdienen. Suleman wies dies zurück. (APA/AP)

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