Liechtenstein-Affäre kostet LGT-Bank Milliarden an Kundengeldern

7. Februar 2009, 15:19
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Fürstentum zu engerer Zusammenarbeit mit Deutschland bereit

Berlin - Die Steueraffäre um den ehemaligen Deutsche-Post-Chef Klaus Zumwinkel hat Liechtenstein schwer geschadet. Die LGT Bank, das größte Institut des Fürstentums, habe an seinem Stammsitz "mehrere Milliarden" Schweizer Franken an Kundengeldern verloren, bestätigte Prinz Max von und zu Liechtenstein, Chef der LGT Bank, gegenüber der "Welt am Sonntag". Eine genaue Zahl nannte er nicht.

Vor einem Jahr, am 14. Februar 2008, begann mit der Hausdurchsuchung bei dem damaligen Post-Chef Klaus Zumwinkel einer der größten deutschen Steuerskandale. Zuvor waren die Fahnder an sensible Bankdaten von hunderten LGT-Kunden gelangt. Durch den Skandal dürften sich viele Menschen, die ihr Geld im Vertrauen auf die absolute Diskretion der liechtensteinischen Banken im Nachbarland angelegt hatten, ihrer Sache nun nicht mehr so sicher sein.

Engere Kooperation

Prinz Max stellte eine engere Zusammenarbeit mit den deutschen Steuerbehörden in Aussicht. "Wir müssen eine für alle Seiten akzeptable Lösung finden", sagte er. Eine solche Lösung könne "auch eine engere Kooperation der Steuerbehörden beinhalten". Mit den USA hat Liechtenstein Ende vergangenen Jahres bereits ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet. Dies regelt, dass sich das Fürstentum bei begründetem Verdacht auf Steuerdelikte mit den US-Behörden austauscht.

Einen ähnlichen Ansatz hält Prinz Max auch mit den deutschen Steuerbehörden für möglich. "Im Gegensatz zu den USA gibt es aber in Europa viele verschiedene Stimmen, die sich erst untereinander einig werden müssen." (APA)

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