Wechsel von A1 auf T-Mobile ist rechtens

7. Februar 2009, 13:03
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Kontrollamt: Gemeinde Wien spart dadurch Millionen - Im Kampf um einen der größten Kunden hatte A1 das Nachsehen

Die Aufregung war groß, als 2007 die Gemeinde Wien von ihrem bisherigen Mobilfunkprovider Mobilkom A1 zum Konkurrenten T-Mobile wechselte. Immerhin ging es im umkämpften Business-Markt um einen der größten Kunden, A1 befürchtete Beispielwirkungen bei anderen Unternehmen, die traditionell weniger zum Wechsel neigen als Privatkunden.

VPN und 8000 Diensthandys

Wegen erhoffter Kostenersparnis von einer Million Euro jährlich ging nach offenem Vergabeverfahren 2007 der Vertrag für ein "VPN" (ein virtuelles Netz, das sich für die Gemeinde so verhält wie sonst eine Nebenstellenanlage im Festnetz) und über 8000 Diensthandys an T-Mobile, während das Verfahren von A1 wegen eines "Spekulationsvertrages" und "Unterpreisigkeit" beim Vergabekontrollsenat angefochten wurde. Auch Beschwerden beim Verfassungs- und Verwaltungsgerichtshof brachten den Millionenvertrag nicht zurück.

1,1 Millionen Euro Ersparnis

Jetzt bestätigt ein Bericht des Kontrollamts der Stadt Wien, der dem Standard vorliegt, dass bei der Vergabe alles mit rechten Dingen zugegangen sei - und dass obendrein auch die erhoffte Einsparung von über einer Millionen Euro jährlich eingetreten sei. Das Kontrollamt war aufgrund der Vorwürfe der Mobilkom eingeschaltet worden. Dem Bericht zufolge beziffert das Kontrollamt die Ersparnis 2008 auf 1,1 Millionen Euro. Das ist mehr als die Hälfte des von Mobilkom angebotenen Vertrags.

Vier Jahre Laufzeit

Vor allem die Europameisterschaft trieb die Zahl der eingesetzten Handys in die Höhe, zur Jahresmitte zählte die Stadt schon knapp 8600 Geräte im Einsatz. Über die vierjährige Laufzeit des Vertrags rechnet das Kontrollamt vergleichsweise mit 4,5 Millionen Euro Ersparnis. Dabei seien Kosten für die Umstellung berücksichtigt. (spu/DER STANDARD, Printausgabe vom 7.2.2009)

 

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