Deutscher Bischof: Williamson aus Priesterstand entfernen

7. Februar 2009, 12:13
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Ausscheiden solle "freiwillig oder zwangsweise" geschehen

Regensburg - Der Regensburger Bischof hat scharfe Sanktionen der katholischen Kirche gegen den Holocaust-Leugner Richard Williamson gefordert. Der Bischof der erzkonservativen Piusbruderschaft müsse "freiwillig oder zwangsweise aus dem Klerikerstand" ausscheiden, heißt es in einer Erklärung Müllers, die an diesem Wochenende in den Gottesdiensten in der ostbayerischen Diözese verlesen werden sollte.

Auch für die drei anderen Bischöfe der umstrittenen Bruderschaft forderte Müller Konsequenzen. Die "illegal geweihten Bischöfe" sollten auf die Ausübung ihrer bischöflichen Weihevollmachten verzichten. "Meiner Überzeugung nach können sie allenfalls als einfache Priester eingesetzt werden", heißt es in der am Samstag auf der Internetseite des Bistums veröffentlichten Erklärung.

Hausverbot

Der Vatikan hatte im Jänner die Exkommunikation der vier Bischöfe zurückgenommen. Dafür wird seitdem der Papst insbesondere von jüdischen Organisationen scharf kritisiert, weil Williamson in einem Fernsehinterview die Ermordung von sechs Millionen Juden in den Nazi-Gaskammern bestritten hat. Müller, der Williamson bereits ein Hausverbot in seinen Kirchen und kirchlichen Gebäuden erteilt hatte, nannte diese Aussagen eine "unglaublich herzlose und zynische Rede über das entsetzlichste Menschheitsverbrechen".

Den Pontifex nahm Müller erneut gegen Kritik in Schutz. Es laufe derzeit "eine beispiellose Kampagne gegen die Person von Papst Benedikt XVI.", meinte der Regensburger Oberhirte. Die Gläubigen sollten sich davon nicht verwirren lassen. (APA/dpa)

 

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