Nachlese

Knusprige Ideen aus den alten Anker-Backstuben

6. Februar 2009, 21:33
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    anna blau

    Das denkmalgeschützte Backsteingebäude der Ankerbrotfabrik in Favoriten soll kaum verändert werden - Ihr Innenleben aber schon: Bald könnten sich dort Kreative ansiedeln

Ein Teil der historischen Anker-Fabrik dürfte schon bald eine "Backstube" der jungen Wiener Kreativszene werden

Wien - Schon seit Längerem wird in Teilen der Ankerbrotfabrik in Wien Favoriten kein Brot mehr gebacken. Und auch wenn dazu offiziell niemand Stellung nehmen will, ist es wahrscheinlich, dass die Backöfen in der historischen Fabrik in der Absberggasse bald für immer auskühlen werden.

Doch für das denkmalgeschützte Backsteingebäude bietet sich schon jetzt eine neue Nutzung an: Auf 17.000 der insgesamt 70.000 Quadratmeter sollen Lofts entstehen. Hier sollen Kreative arbeiten und teilweise auch wohnen. So schwebt es jedenfalls Projekt-Initiator Walter Asmus vor.
Asmus ist Geschäftsführer der City Lofts GmbH. Das Konzept Gewerbelofts in einer ehemaligen Fabrik zu errichten, hat er auch schon in Meidling erfolgreich umgesetzt: Am Gaudenzdorfer Gürtel wurde die alte Stollwerck-Schokoladenfabrik revitalisiert. Sie beherbergt nun eine Filmfirma, Ateliers und andere Vertreter der Kreativwirtschaft.

Wie auch in der Zuckerlfabrik will Asmus bei Anker „ohne einen Cent Förderung" auskommen. Die Finanzierung soll rein über den geplanten Loftverkauf laufen. Die Lofts, ist Asmus sicher, werden wie warme Semmeln weggehen. Über den Kaufpreis seines 17.000 Quadratmeter großen Fabriksanteils will Asmus nicht sprechen. Der Kaufvertrag soll in zwei Wochen unterzeichnet werden. Auch bei den Loft-Preisen hält sich der Planer bedeckt. Die 80 Lofts sollen 250 bis 1000 Quadratmetern groß und gewerblich gewidmet werden. Die Käufer werden „nackte", lediglich mit moderner Haustechnik ausgestattete Räume kaufen.

Im März schon will die Errichtungsfirma, die Asmus mit den Architekten Lukas Groh, Michael Wagner und Anton Wallner gegründet hat, mit der Umgestaltung der Fabriksgebäude beginnen. Die denkmalgeschützten Bauten will Asmus „soweit es ökonomisch geht" erhalten. Auch spätere Zubauten, die nicht unter Denkmalschutz stehen, sollen in ihren „historischen" Zustand des späten 19. Jahrhunderts rückgebaut werden. Außerdem soll ein Experte die Geschichte von Brotfabrik und Areal aufarbeiten. Auch ein „Ankerbrotmuseum" ist angedacht.

Eine Fabrik, viele Interessen

Dass Käufer wegen der Finanzkrise rar sein könnten, fürchtet Walter Asmus nicht: „Wir haben viele Anfragen." Ausschlaggebend dafür sei auch die (geplante) Anbindung mit den Öffis.

Derzeit fährt hier die Straßenbahnlinie 6. In drei Jahren, wenn die Lofts fertig sind, wird auch Wiens Hauptbahnhof teilweise in Betrieb gehen. Die damit einhergehende Verlängerung der U2 zur Gudrunstraße (2019) soll neben der „Kulturachse" zu Belvedere und dem 20er Haus ein weiterer Anreiz sein, sich hier einzukaufen. In der Zwischenzeit sollen die Gemäuer mit Kunst bespielt werden: Zwischen März und Oktober sollen die Off-Theatergruppen „Sirene Operntheater" und das „Theaterkombinat" die ehemalige Verladehalle für Performances nützen.

Auch die Stadt hat mit dem verbleibenden 53.000 Quadratmeter großen Areal einiges vor: Wenn Ankerbrot eine andere Produktionsstätte findet, wird ein städtebaulicher Wettbewerb gestartet. Die Nutzung ist klar: Wohnungen. Noch aber bäckt Anker hier. Derzeit laufen Verhandlungen über die Verlängerung des Pachtvertrages. Darüber wollen aber weder die Banken, noch Anker-Geschäftsführer Peter Ostendorf Auskunft geben. (Marijana Miljkoviæ/DER STANDARD, Printausgabe, 7./8.2.2009)

Webtipp

Loftcity

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Posting 1 bis 25 von 38
1 2
wwwtom
00
15.4.2011, 21:49
Das "Angebot" von der Betreiberfirma ist aus meiner Sicht eine Frechheit.

Nackte Räume zum Hochpreis sonst nix. Wer sich das mit Kreativarbeit leisten soll?

Elisabeth Jarok
00
26.3.2011, 23:52
und wo

wird jetzt das Anker-Brot gebacken?
Die interessanteste Frage bleibt leider unbeantwortet.

jö schau ...
00
19.7.2010, 12:53
i steh´ ...

... auf den Anker - Apfelrundkuchen und die "neuen" Topfengolatschen ... so guat!
Blad kunnt´ i davon werden!
Und schimpft´s ma jo ned über mein 10.Hieb, weu sunst ... !

a better tomorrow2
00
das einzig beeindruckende bei wien modern 2009...

...war die ankerbrothalle. die inszenierung mit den seltsamen einkaufswagerln aber auch nicht unbedingt sehenswert.

Paul Muad'Dib
 
00
12.5.2009, 12:30

na solangs kein heiteres naschwerk aus der deutschen backstube ist, das sie dort fabrizieren ^^

http://www.youtube.com/watch?v=3_tPYY-JWF8

Nachtsonne
00
sehr kreativ

17000 qm kaufen und 20000-80000 verkaufen.

hat er eigenkapital - oder fahrt wie der österreichischer immobilienentwickler in deutschland mit credit suisse?

Affe&Affe
71
Super, denn diese favoritner Pfosten könnten ein Stück Kultur sicher gut vertragen...

Baerald
04
Wos is, Oida - wüst an Wickl?

Daun ausse auf´d Bluatwies´n!

WilWil
21
favoritner sind pfosten?

warum? weil dort nur sauproleten daheim sind?

Dr. Lari and Mr. Fari
 
00
21.2.2011, 13:34
Also, der Erich Demmer hats seinerzeit, mit dem üblichen social interest ("schwer iss des Lem in Favuritn")

so formuliert:
"Favoriten ist ein Bezirk, in dem es an jedem Eck jedes Häusergevierts ein Beisl gibt, in dem jeden Samstagabend - in der Reihenfolge - Bier, Wein, Schnaps und Blut fließen".

Killa vomBilla
11
11.2.2009, 16:40
Na

Dort sind nur die saun zhaus die proleten kommen aus deiner gegend.

WilWil
02
11.2.2009, 16:48
lol, ich bin favoritner...

FerdlGriesgram
02

Allerdings: Sie bekommen keine Kultur sondern Kreativwirtschaft.

Gefährliches Vokabel in Zeiten der Finanzkrise!

-12122
03
werden ziegel

hierzulande regional wirklich auch als "backsteine" bezeichnet?

hlg
00
25.6.2010, 09:23
nein bei uns heissen die vollziegel oder klinkerziegel...

glaub ich...

aber die käuferschicht soll offensichtlich durch diesen artikel überregional angesprochen werden...

es fehlt nur der hinweis "bezahlte anzeige"...

ps: wieviele arbeitsplätze dort wohl mal waren?

der kleine prinz
 
11

ich weiß nicht genau was sie mit "hierzulande regional" meinen, aber ich kenne für massive ziegel keinen anderen begriff als "backsteinziegel".

a grünes stricherl
 
01
10.7.2009, 15:14
backsteinziegel ist eine tautologie

da backstein und ziegel exakt dieselbe bedeutung haben.

backstein ist eher in norddeutschland üblich .. ziegel eher im oberdeutschen sprachraum.

Wyle E. Koyote
00
nein, ein Pleonasmus

Laura Hansen
00
30.7.2009, 09:29

Backsteinziegel sind ganz normale Ziegel, die im Backrohr gebacken werden und dadurch hart wie Stein sind. *fg*

straßenkehrer
00
So schön -

wie bei der Gasometer City ist es dort wahrscheinlich auch und zum Tichy is es wesentlich näher.

Baerald
00
Nicht ganz - beim "Gasometer" gibts wenigst

a U-Bahn...

Bob Esponja
01

Klar wird sich jemand 2012 eine Wohnung in einer derart schönen Gegend kaufen, wenn schon 2019 die U-Bahn dort hin fährt.

the LEAK
00
30.4.2009, 12:49

sowas nennt man stadtentwicklung

WilWil
03
so schlecht ist die gegend schon nicht.

nicht allzu dicht verbaut (also eher niedrig), 10 minuten fußweg in den böhmischen prater. mit der infrastruktur schauts nicht ganz so gut aus, aber das ergibt sich mit dem umbau. und der u-bahn.

da gibts qer durch wien weit schrecklichere krätzeln.

Ziemlich leichter Stessa
01

Mörderintervall.

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