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6. Februar 2009, 19:33
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Auch Zahlen sind Glaubenssache – zumindest im STANDARD

Lustig rechnen mit dem STANDARD, das ist ein Klassiker. Das Spiel beginnt, sobald in einem Artikel mehr als drei Zahlen vorkommen.

Unter dem Titel „Islamlehrer auf dem Prüfstand“ erzählten wir, dass der Islam in Österreich 1912 anerkannt, ein Islamunterricht aber erst 1982 eingerichtet wurde. Nach unserer Rechnung liegen zwischen 1912 und 1982 aber 80 Jahre.

Mit großer Detailgenauigkeit zählten wir sodann auf, wie viele Islamlehrer in den einzelnen Bundesländern arbeiten: Wien 143, NÖ 72, OÖ 44, Salzburg 33, Stmk. 31, Tirol 30, Burgenland 8, Kärnten elf und Vorarlberg 22 – die redaktionsinterne Zählung ergibt nicht etwa 394, sondern insgesamt 390 Lehrer. – Die Mathematik kommt von den Arabern, ist überliefert, und es stellt sich die Frage: Wann kommt das Wissen endlich in der Herrengasse an?

Ein anderes Land, ein anderer Artikel, dasselbe Problem: Eine Addition – wir blicken zurück auf die Themenseite vom 29. Jänner. „EU erwartet Islands Beitrittsantrag noch heuer“ hieß es dort und es ging unter anderem um die Frage, welche Währung auf der Insel in Zukunft gelten soll. „Laut einer Gallup-Umfrage von Anfang Jänner sind 56 Prozent“ für einen Änderung. „70 Prozent von ihnen sprechen sich für den Euro aus, 26 Prozent für den Dollar, 14 Prozent wünschen sich die norwegische Krone.“ Das sind 110 Prozent – womöglich wollen zehn Prozent der Isländer mit Dollar zahlen und Euro als Retourgeld erhalten. Wahrscheinlicher ist, dass Doppelnennungen möglich waren. Geübte STANDARD-Leser unterziehen Zahlenangaben unseres Blattes einer Plausibilitätsprüfung. Wenn wir am 29. Jänner Daniel Kehlmanns „Ruhm“-Präsentation im Akademietheater für 22 Uhr ankündigten, dann kommt man deshalb kaum zu spät. Man glaubt diese Angabe einfach nicht.

Auch verwirrend: Am 27. Jänner veröffentlichten wir die Euromillionen-Gewinnzahlen vom 9. Jänner. Die genannten Zahlen waren zwar nicht falsch, aber nicht mehr aktuell – es war einfach die falsche Vorlage in die Zeitung geschoben worden. Morgen ist ein neuer Tag – glaub ans Glück! (Otto Ranftl, DER STANDARD; Printausgabe, 7./8.2.2009)

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