Nicht Fisch, nicht Fleisch

6. Februar 2009, 19:16
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Mehr als drei Millionen Arbeitnehmer haben inzwischen ein Konto bei einer der neun Betrieblichen Vorsorgekassen

Im Jahr 2003 wurde die "Abfertigung neu" gestartet, mehr als drei Millionen Arbeitnehmer haben inzwischen ein Konto bei einer der neun Betrieblichen Vorsorgekassen (BVK). Die betriebliche Vorsorge ist obligatorisch für nahezu alle Arbeitsverhältnisse, der Arbeitgeber zahlt 1,53 Prozent aller Brutto-Monatsbezüge und Sonderzahlungen in die BVK ein. Aktuell werden insgesamt 2,1 Mrd. Euro verwaltet.

Arbeitnehmer verlieren diese Gelder auch bei Selbstkündigung nicht, die BVK müssen zudem eine Garantie für sie abgeben. Was einmal eine Abfertigung war, sollte dadurch zu einer Vorsorge werden.

Das Geld kann aber bei Kündigung durch den Arbeitgeber oder bei einvernehmlicher Trennung (ab 36 Monaten Einzahlung) entnommen werden, was den Vorsorgegedanken abschwächt. Denn etwa 50 Prozent der Arbeitnehmer tun das auch, 2008 wurden 120 Mio. Euro ausgezahlt.

Da die BVK das Kapital garantieren und nie wissen, wie viel Geld sie auszahlen müssen, veranlagen sie konservativ. 2008 fuhren sie im Schnitt dennoch ein Minus von 1,82 Prozent ein. Auch die Durchschnittsperformance seit dem Start der BVK liegt mit 2,9 Prozent deutlich unter den sechs Prozent, die man bei der Entwicklung des Modells angenommen hatte. (kol, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7./8.2.2009)

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