"Dr. Tod": Weitere Fahndung

6. Februar 2009, 19:03
6 Postings

Österreichische Justiz ermittelt weiter

Kairo/Wien - Auch nach Medienberichten über seinen angeblichen Tod fahndet Österreich weiter nach dem gesuchten NS-Verbrecher Aribert Heim. Das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) hat in Abstimmung mit der zuständigen Staatsanwaltschaft Linz weitere Maßnahmen in der Fahndung gesetzt, wie Innenministeriums-Sprecher Rudolf Gollia der APA am Freitag auf Anfrage mitteilte. Es bestehe Kontakt zur deutschen Polizei in Baden-Württemberg. Außerdem sei über Interpol Kontakt mit den ägyptischen Sicherheitsbehörden aufgenommen worden.

Über die ägyptischen Sicherheitsbehörden hoffen die Fahnder zu zweckdienlichen Hinweisen aus Kairo zu kommen, ob Heim dort, wie es in Medienberichten hieß, gelebt habe und tatsächlich schon 1992 verstorben sei. Die Fahndungsseite nach Heim auf der Website des Innenministeriums bleibe so lange bestehen, bis die österreichische Justiz einen möglichen Tod Heims bestätige. Das deutsche BKA hingegen hat den Fahndungsaufruf bereits aus dem Netz genommen.

Das ZDF und die New York Times hatten am Mittwoch unisono berichtet, dass Heim bereits 1992 in Kairo gestorben war. Der Leichnam des angeblich auf einem Armeefriedhof begrabenen früheren SS-Mannes wurde aber bisher nicht gefunden. Beim Wiesenthal-Zentrum, das Heim erst 2008 auf Platz eins seiner Liste der meistgesuchten Nazi-Kriegsverbrecher gesetzt hatte, wird die jüngste Version über Heims Tod mit Skepsis gesehen, aber grundsätzlich für möglich gehalten. (APA/DER STANDARD, Printausgabe, 7./8.2.2009)

 

Share if you care.