Transport der Kröten

6. Februar 2009, 18:15
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Wem "Fragen Sie den Papagei" von Richard Stark alias Don Westlake gut gefallen hat, der wird auch Keiner rennt für immer lieben.

Dieser neue Band des im Dezember 2008 verstorbenen Autors ist nicht die Fortsetzung, sondern die Vorgeschichte des vom Start weg hochgelobten Papagei. Hier wird erzählt, warum Parker am Ende durch die Wälder rennen muss, gehetzt von Spürhunden und ohne Beute aus dem Geldtransporter-Überfall. Irgendwie ist in der Planung von vornherein der Wurm drin. Eigentlich sollte ja nichts schiefgehen. Zwei Banken in der amerikanischen Provinz fusionieren. Die, die geschluckt wird, schließt die Filiale und schickt ihr Geld dem Aufkäufer. Man braucht nur herausfinden, wann sich der Konvoi mit den Kröten in Bewegung setzt, und ihn zu überfallen. Aber wie Parker schon ahnt, nichts ist einfach, wenn dabei Emotionen mitspielen.

Der Tipp kommt nämlich von der frustrierten Ehefrau des Bankiers, und Parker hasst nichts mehr als Amateure. Leider macht auch noch ein Kopfgeldjäger die Gegend unsicher. Er sucht einen Spion, den Parker eliminieren musste, weil der sich in eine Runde Ganoven eingeschlichen hatte. Das ist übrigens die hässliche Eingangsszene, die auf den lakonischen Stil Starks einstimmt und den Leser wider Willen zum Verbündeten der moralfreien Hauptfigur macht. Glücklich, wer Fragen Sie den Papagei noch nicht gelesen hat, denn dem steht ein wunderbares, zweibändiges Lesevergnügen bevor. (Ingeborg Sperl, DER STANDARD/Printausgabe, 07./08.02.2008)

 

Richard Stark, "Keiner rennt für immer" . Deutsch: Nikolaus Stingl. € 17,40 / 287 Seiten. Zsolnay, Wien 2009

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    cover: zsolnay
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