Das wichtigste zur Pensionsvorsorge

6. Februar 2009, 17:33
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Von der aktuellen Krise sollte man sich nicht beirren lassen. Eine Zukunftsvorsorge ist sinnvoll, auch wenn die Finanzmärkte den Anlegern derzeit einen Strich durch die Rechnung machen

Frage: Ist eine betriebliche oder private Pensionsvorsorge überhaupt nötig?

Antwort: Experten gehen davon aus, dass das Niveau der staatlichen Pensionen wegen der demografischen Entwicklung mittel- bis langfristig sinken wird. Auch das Pensionsantrittsalter könnte angehoben werden. Betriebliche bzw. private Vorsorge soll die Differenz zwischen Erwerbseinkommen und Rente verringern. Private Vorsorge kann auch helfen, etwaige Zeiten der Arbeitslosigkeit vor Pensionsantritt zu überbrücken.

Frage: Sind Versicherungen als Vorsorgeprodukt sinnvoll?

Antwort: Die früher stark als Vorsorgeprodukt vertriebenen Er- und Ablebensversicherungen sind nicht optimal. Die garantierte Verzinsung beträgt 2,25 Prozent, inklusive der nicht garantierten Gewinnzuteilung liegt man derzeit meist um die vier Prozent, allerdings nicht vom eingezahlten Betrag. Ehe veranlagt wird, werden vier Prozent Versicherungssteuer und die Kosten der Versicherung abgezogen. Nur etwa 80 bis 85 Prozent der Einzahlungen werden laut Verein für Konsumenteninformation (VKI) veranlagt. Zudem zahlt man einen Risikoanteil für die Ablebensversicherung, die Versicherungssumme ist aber für eine tatsächliche Versorgung von Hinterbliebenen meist zu gering. Bei Rentenversicherungen sind die Kosten zwar ebenfalls hoch, es werden aber die beim Abschluss gültige Sterbetafel und eine lebenslange Rente garantiert. Sinnvoll sind sie nur bei längeren Laufzeiten. Eine einmal abgeschlossene Versicherung zu kündigen oder stillzulegen ist immer teuer, denn die Abschlusskosten werden am Anfang bezahlt.

Frage: Ist die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge empfehlenswert?

Antwort: Solange mindestens 40 Prozent des Geldes in vorwiegend österreichischen Aktien veranlagt werden, muss man sich fragen, ob man das will. Denn die Wiener Börse ist ein kleiner, enger Markt. Die Performance der PZV vor der Krise war zwar gut, viel vom Ertrag wurde aber durch hohe Kosten weggefressen. Um flexibel zu bleiben, sollte man eine PZV in Zehnjahresschritten abschließen, rät der VKI.

Frage: Kann man einer Pensionskasse selbst beitreten und einzahlen?

Antwort: Zu einer Zusatzrente aus einer Pensionskasse kommt man nur, wenn der Arbeitgeber einen Vertrag mit einer Pensionskasse abgeschlossen hat und Beiträge einzahlt. Dann sind auch Eigenbeiträge möglich. Dabei muss man bedenken, dass das einmal eingezahlte Kapital aber nie mehr aus der Kasse geholt werden kann.

Frage: Was kann man machen, wenn man bereits älter ist und noch vorsorgen möchte?

Antwort: Von Versicherungen ist bei Laufzeiten unter 15 Jahren wegen der Abschlusskosten (z.B. Maklergebühren) abzuraten. Einfaches Ansparen unter Ausnutzung hoher Zinsphasen (in denen man das Ersparte länger binden kann) und mit konservativen Sparprodukten und Bundesschatzscheinen ist eine Möglichkeit. Wer zu mehr Risiko bereit ist, kann Fonds oder Aktien kaufen. Will man sich in der Pension nicht mehr selbst um die Veranlagung kümmern, kann man sich das Ersparte wie eine Rente auszahlen lassen. Dabei fallen aber Steuern und Gebühren an, die Kosten sollte man verhandeln.

Frage: Ab wann soll man mit privater Vorsorge beginnen?

Antwort: Generell so früh wie möglich. Bei der Produktwahl sollte man flexibel bleiben, damit man auf sich ändernde Lebensumstände reagieren kann. (kol, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7./8.2.2009)

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