Fachhochschulen suchen Dialog mit Ministerium

6. Februar 2009, 17:15
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FH-Chefs bitten in Email an MitarbeiterInnen und Studierende um Unterstützung - Minister: "Dialog findet statt"

Die Fachhochschulen bitten im Streit ums Budget Studierende und MitarbeiterInnen jetzt um Unterstützung. "Es ist an der Zeit, gemeinsam und österreichweit gegen diese verfahrene Situation aufzutreten", heißt es in einem Email, das laut Michael Heritsch, Geschäftsführer der FH Wien, in allen FHs ausgeschickt wurde und derStandard.at vorliegt. Hintergrund: Seit Monaten fordert die Fachhochschulkonferenz (FHK) eine Erhöhung der staatlichen Finanzierung. Die 13,7 Prozent, die ihnen das Wissenschaftsministerium in Aussicht gestellt hat, seien zu wenig (DER STANDARD berichtete).

"Nur fünf Prozent"

"Es gibt keinen Dialog mit dem Ministerium", bemängelt FHK-Chef Kurt Koleznik. Deshalb will er sich mit einem offenen Brief durch die Medien Anfang nächster Woche an das Ministerium wenden. So sollen die Fachhochschulen noch rechtzeitig vor Abschluss der Budgetverhandlungen (Anfang März) miteinbezogen werden.

Vom geplanten Budgetplus von 13,7 Prozent würden den FHs letztendlich nur etwa fünf Prozent übrig bleiben, "weil diese an Bedingungen gekoppelt sind, die uns Kosten verursachen", erklärt Heritsch im Gespräch mit derStandard.at. Ein Beispiel: Die Zehn-Prozent-Bandbreite soll abgeschafft werden. „Diese hat die FHs bisher davor bewahrt, dass sie beim Ausfall von Studierenden trotz Studienplatzfinanzierung keine Gelder verlieren, so lange nicht mehr als zehn Prozent der Studierenden gehen", so der FH-Chef. Mit dem Abschaffen dieser Grenze würde den FHs noch mehr Geld weggenommen. Außerdem verlange das Ministerium, dass die FHs die ÖH bei der anstehenden Wahl unterstützen, "und das kostet natürlich auch was."

"Dialog findet statt"

Davon will der Sprecher von Wissenschaftsminister Johannes Hahn nichts wissen: „Es gibt Qualitätskriterien, die die FHs zu erfüllen haben - die sind jedoch nicht neu." Auch dem FHK-Chef widerspricht er: "Der Dialog mit den FHs findet statt. Wir sind laufend im Gespräch." (lis/derStandard.at, 6. Februar 2009)

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