HVB streicht 2.500 Jobs

6. Februar 2009, 16:23
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Die Mutterbank UniCredit will ohne Kündigungen auskommen

München - Die italienische Großbank UniCredit streicht bei ihrer deutschen Tochter HypoVereinsbank (HVB) mindestens 2.500 Arbeitsplätze. Damit werden die bereits im vergangenen Juni bekanntgegebenen Planungen der UniCredit umgesetzt. Die wirtschaftliche Lage habe sich seither noch einmal deutlich verschlechtert, sagte HVB-Chef Theodor Weimer am Freitag in München. Ein Teil des Abbaus sei bereits 2008 erfolgt.

Das laufende Jahr 2009 werde durch eine tiefe Rezession mit entsprechenden Belastungen für die Bankenindustrie geprägt sein.

Die HVB will beim Abbau der 2.500 Stellen ohne Kündigungen auskommen. "Wir sehen keine Notwendigkeit für betriebsbedingte Kündigungen, können diese aber auch nicht gänzlich ausschließen", sagte HVB-Personalvorstand Heinz Laber heute.

Sparkurs bis 2010

Die Sparmaßnahmen, die bereits seit Sommer 2008 angedacht sind, sollen bis zum Jahr 2010 unter Dach und Fach gebracht werden. Dann hätte die Bank noch gut 20.000 Beschäftigte. Die HVB ist eine Schwester der ebenfalls der UniCredit gehörenden Bank Austria.

Über 1.000 Stellen seien bei der HVB per saldo bereits 2008 weggefallen, erklärte Laber. Den Rest wolle die Münchner Großbank primär über die natürliche Fluktuation einsparen. Eingestellt wird nur noch in Ausnahmefällen. Auch die Sachkosten wurden bei der HVB bereits deutlich zurückgefahren. Mit dem Stellenabbau sollen nun die Personalkosten weiter sinken - um etwa 4 Prozent in diesem Jahr.

Wie nahezu alle Banken kämpft auch die HVB, bei der das Investmentbanking der UniCredit-Gruppe gebündelt ist, mit Verlusten im Zuge der weltweiten Finanzkrise.

Mit 1.200 Stellen soll fast die Hälfte der Kürzungen auf das Privatkundengeschäft entfallen, wo die HVB zwar Geld verdient, mit einem Marktanteil von lediglich 3 Prozent aber auch auf der Stelle tritt.

Fast 1.000 Stellen betreffen unterschiedliche Verwaltungsaufgaben, 400 Stellen das Investmentbanking, 150 das Firmenkundengeschäft.

Kosten in Millionenhöhe

Die Bank hat einen Puffer eingebaut, um am Ende auch tatsächlich auf 2.500 Stellen zu kommen. Im Umfeld der Bank hieß es, die Maßnahmen kosteten die HVB zunächst einen zweistelligen Millionenbetrag.

Die Gruppe werde Handelsgeschäfte, die nicht für Kunden, sondern auf eigene Rechnung seien, deutlich reduzieren, kündigte HVB-Chef Weimer an.

Das Investmentbanking außerhalb von Italien, Deutschland, Österreich und der britischen Metropole London werde stark zurückgefahren.

Über mögliche Bonuszahlungen für 2008 hat die HVB noch nicht entschieden: "Es sollte aber vor dem Hintergrund der derzeitigen wirtschaftlichen Lage niemand zu hohe Erwartungen haben", sagte Personalchef Laber. "Eine komplette Nullrunde wird es aber voraussichtlich auch nicht geben." Die HVB ist in der Finanzkrise bislang vergleichsweise glimpflich davongekommen und braucht keine staatlichen Hilfen. Für Österreich (Bank Austria) hatte UniCredit-Chef Alessandro Profumo staatliche Beihilfen nicht ausgeschlossen.  (APA/dpa/Reuters)

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