Mit GPS die Welt erobern

8. Februar 2009, 12:30
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Sony bringt seine ersten HD-Camcorder mit integriertem GPS und Kartenindex auf den Markt - Geotagging als neues Trendfeature für Kameras

Spätestens seit Google die Satellitendienste Earth und Maps anbietet, sind Geoinformationen auch für private Nutzer abseits von Routenplanung interessant. Die Hersteller von Digicams haben darauf reagiert und in den vergangenen Jahren GPS-Zubehör für ihre Kameras auf den Markt gebracht. Nun kommen nach und nach auch Geräte mit integrierten GPS-Empfängern. Nikon hat im vergangenen Sommer eine kompakte GPS-Digicam vorgestellt. Sony bringt nun seine ersten Camcorder mit integriertem GPS-Empfänger.

Karte am Touchscreen

Flaggschiff der neuen Sony-Serie ist die HDR-XR520V mit einem Festplattenspeicher von 240 GB. Mit dem integrierten GPS-Empfänger können Videos und Fotos mit Geodaten abgespeichert werden. Neu ist, dass man auf dem 3,2 Zoll großen Touchscreen gleich auf einer Karte ansehen kann wo man sich gerade befindet. Auf diese Weise lässt sich auch der Ort einer Aufnahme direkt auf der Kamera anzeigen. Routen können allerdings nicht angezeigt werden, was auf Urlaubsreisen oder Wanderausflügen durchaus praktisch wäre. Dafür will Sony zunächst die Marktentwicklung abwarten.

Für den GPS-Camcorder muss man allerdings noch tief in die Tasche greifen. Zur Ausstattung des Geräts zählen ein optischer Bildstabilisator, das neue G-Objektiv mit optischem 12fach-Zoom, ein Farbsucher und HDMI-Anschluss. Fotos werden mit 4 Megapixel aufgenommen und auf einem Memory Stick gespeichert. Der HDR-XR520V soll ab April um 1.499 Euro verfügbar sein.

GPS-Digicams

Sony gehört damit am Camcorder-Markt zu den Vorreitern. Aber auch unter den Digicams sind die Geräte mit integriertem GPS derzeit noch rar. Ricoh hat bereits 2007 mit der 500SE eine noch recht klobigen Outdoor-Kamera mit integriertem GPS vorgestellt, Anfang 2008 zog der taiwanesische Konzern Altek mit einer so ausgestatteten, aber wesentlich kompakteren 8-Megapixel-Kamera nach.

Nikon P6000

Im Sommer 2008 folgte Nikon mit der P6000. Die 13,5-Megapixel-Kamera bietet ein Weitwinkelobjektiv mit optischem 4fach-Zoom, eine Empfindlichkeit von max. ISO 6.400, einen elektronischen Bildstabilisator, ein 2,7 Zoll großes Display und einen SD-Kartenslot. Die Positionsdaten werden bei jeder Aufnahme automatisch in den Bilddaten (EXIF) abgespeichert. Anders als bei Sonys Camcorder steht bei der Nikon kein Kartenindex zur Verfügung. Die Kamera kostet rund 500 Euro. Im März werden auf der CeBIT weitere Modelle mit integriertem GPS erwartet. WLAN-Module sollen ebenfalls verstärkt Einzug in die Digicams halten - so können Fotografen direkt auf der Kamera Infos über das soeben fotografierte Motiv abrufen oder die Fotos gleich in eine Bilddatenbank hochladen.

Fotos nach Orten verwalten

Mit dem entsprechenden Programm können Fotos mit Positions-Angaben dann nach Orten geordnet werden. Apple hat etwa die neue Version von iPhoto mit diesen Features ausgestattet. Nutzer können ihre Fotos nach Orten verwalten, wobei die GPS-Daten in gängige Ortsnamen konvertiert werden. Auch der Foto-Dienst Flickr kann Fotos mit Geotags verarbeiten und zeigt diese in einer Karte nach dem Ort der Aufnahme an. Wer sich noch keine GPS-Kamera leisten und die vorhandene auch nicht mit entsprechendem Zubehör aufrüsten kann, kann Fotos auch nachträglich mit Positionsangaben verknüpfen. So können beispielsweise in Picasa mit Hilfe von Google Earth die GPS-Angaben in den Bilddaten abgespeichert werden. So oder so, bei Fotos und Videos ist jedenfalls nicht mehr nur das "Wann" sondern auch das "Wo" wichtig. (Birgit Riegler/ derStandard.at, 8. Februar 2009)

  • Sony-Camcorder HDR-XR520V mit GPS und Kartenindex kann den Ort der Aufnahme auf dem Display anzeigen
    foto: sony

    Sony-Camcorder HDR-XR520V mit GPS und Kartenindex kann den Ort der Aufnahme auf dem Display anzeigen

  • Nikons P6000 speichert Geoinformationen bei jedem Bild ab
    foto: nikon

    Nikons P6000 speichert Geoinformationen bei jedem Bild ab

  • Apples neue Version von iPhoto kann Fotos mit Geotags automatisch nach den Orten ordnen
    foto: apple

    Apples neue Version von iPhoto kann Fotos mit Geotags automatisch nach den Orten ordnen

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