Bei jungen Frauen nur Einpflanzung von zwei Embryonen erlaubt

6. Februar 2009, 15:44
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Kalifornische Ärztekammer hat Ermittlungen gegen die behandelnden ÄrztInnen der 14-fachen Mutter aufgenommen

Los Angeles - Knapp zwei Wochen nach der Geburt der Achtlinge in Kalifornien hat sich erstmals die Mutter zu Wort gemeldet. Sie sei ein Einzelkind gewesen und habe sich immer eine Großfamilie gewünscht, sagte die 33-jährige Nadya Suleman dem US-Sender NBC laut am Donnerstag veröffentlichten Interview-Auszügen. Die kalifornische Ärztekammer nahm Ermittlungen wegen eines möglichen Verstoßes gegen die Pflegevorschriften auf.

Sieben Jahre lang habe Suleman versucht, über künstliche Befruchtung und eine medizinische Behandlung Kinder zu bekommen - ohne Erfolg. Schließlich habe sie sich an ein SpezialistInnenzentrum gewandt. "Und plötzlich hat in der Einrichtung die erste In-Vitro-Befruchtung geklappt." Heute ist Suleman Mutter von insgesamt 14 Kindern, die allesamt von Samenspendern stammen. Ihr ältestes Kind ist sieben Jahre alt.

Babys noch in Klinik

Suleman wurde am Donnerstag aus dem Krankenhaus in Bellflower, 30 Kilometer südlich von Los Angeles, entlassen, in dem am 26. Jänner entbunden hatte. Die Babys können selbstständig atmen, sollen aber den ÄrztInnen zufolge noch einige Wochen in der Klinik bleiben. "Die Babys werden nach und nach nach Hause entlassen, wenn sie das Gewicht eines normalen Neugeborenen haben", sagte der Arzt Mandhir Gupta am Donnerstag. Die sechs Buben und zwei Mädchen waren neuneinhalb Wochen vor dem errechneten Geburtstermin per Kaiserschnitt geholt worden. Alle wogen bei der Geburt weniger als eineinhalb Kilogramm.

Ermittlungen eingeleitet

Die kalifornische Ärztekammer teilte am Donnerstag mit, sie habe Ermittlungen gegen die behandelnden Ärzte aufgenommen. Es solle geprüft werden, ob die Ärzte oder die medizinischen Einrichtungen gegen die Pflegevorschriften verstoßen hätten.

Die 33-Jährige lebt bei ihren Eltern. Ihre Mutter hatte sich bereits in einem Interview zu der Geburt geäußert und von der Besessenheit ihrer Tochter von Kindern gesprochen.

Einpflanzung von höchstens zwei Embryonen

Die Sensationsgeburt hatte in den USA zunächst Begeisterung ausgelöst. Als jedoch bekannt wurde, dass die allein stehende Mutter bereits sechs kleine Kinder hatte, schlug der Jubel in Empörung um. Auch ReproduktionsmedizinerInnen kritisierten, dass einer sechsfachen Mutter weitere acht Embryonen eingesetzt wurden. Nach den Richtlinien der US-Gesellschaft für Reproduktionsmedizin sollten einer Frau im Alter Sulemans höchstens zwei Embryonen eingepflanzt werden.  (APA/Ag.)

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    Um die vielen Interviewanfragen der Medien in den Griff zu bekommen, hat Suleman inzwischen einen Sprecher beauftragt. Hier ist sie (links) bei ihrem ersten Interview nach der Geburt zu sehen, das sie Ann Curry von NBC (rechts) gegeben hat.

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