Arbeitslosigkeit in den USA schnellt hoch

6. Februar 2009, 15:36
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Im Jänner gingen 598.000 Stellen verloren - Höchster Anstieg seit Ende 1974

Washington - Angesichts verheerender Daten vom Arbeitsmarkt drückt US-Präsident Barack Obama beim Konjunkturpaket aufs Tempo. Im Jänner erreichte die Arbeitslosigkeit in den USA mit 7,6 Prozent den höchsten Stand seit September 1992.

Per saldo gingen im ersten Monat dieses Jahres 598.000 Stellen verloren, wie das Arbeitsministerium am Freitag mitteilte. Das sind soviel wie seit Ende 1974 nicht mehr innerhalb eines Monats. Der Anstieg fiel deutlicher aus als von den meisten Experten mit 524.000 erwartet worden war. Seit Beginn der Rezession, der von Wirtschaftswissenschaftern im Dezember 2007 angesetzt wird, gingen 3,6 Millionen Arbeitsplätze in den USA verloren - allein die Hälfte davon in den vergangenen drei Monaten.

Obama sagte, er wolle das Gesetz mit den Maßnahmen zur Ankurbelung der Konjunktur in der kommenden Woche zur Unterzeichnung auf seinem Schreibtisch haben. Im Senat standen am Freitag aber zunächst Beratungen über weitere Änderungsanträge an. Sollte der Plan nicht rasch umgesetzt werden, stehe die Wirtschaft vor einer Katastrophe, sagte Obama.

Opfer

Obama rief die Senatoren auf, auf politische Spielchen zu verzichten. Die Wähler hätten die Republikaner nicht abgewählt, weil sie den Status quo behalten wollten. "Sie haben uns gewählt, damit wir etwas verändern. Wir sind es ihnen schuldig, das auch umzusetzen." Er räumte ein, das Konjunkturprogramm werde "nicht absolut perfekt" sein. Aber jeder müsse nun ein paar Opfer bringen.

Nach heftiger Kritik aus dem Ausland hatte der Senat am Mittwoch eine protektionistische Passage des Konjunkturpakets entschärft. Eine Streichung der "Buy American"-Klausel lehnten die Senatoren zwar ab, beschlossen aber, dass alle Bestimmungen des Programms in Einklang mit internationalen Handelsvereinbarungen stehen müssen. Damit ist die Gefahr des Protektionismus de facto gebannt. In dem Gesetzesentwurf, der bereits im Repräsentantenhaus beschlossen wurde, steht auch nach der Entscheidung des Senats die Forderung, dass für Infrastrukturprojekte nur Eisen und Stahl aus US-Produktion verwendet werden darf. (APA/AP)

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