Krebs: Lichtbestrahlung verrät Tumorzelltod

8. Februar 2009, 21:24
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Neues Verfahren könnte künftig schnell darüber Aufschluss geben, wie Medikamente wirken

New York - Ein neues Verfahren könnte bei Krebserkrankungen künftig schnell Aufschluss darüber geben, wie Tumorzellen auf bestimmte Medikamente reagieren. Dabei wird das Tumorgewebe mit Licht bestrahlt, wobei die Forscher aus dem reflektierten Lichtspektrum Rückschlüsse auf Veränderungen in den Zellen ziehen.

Grundsätzlich sollen Chemotherapeutika Tumorzellen in den programmierten Zelltod treiben. Dabei spielen der Zellkern und die Mitochondrien eine wichtige Rolle. Ob ein Tumor auf ein Medikament reagiert, untersuchen Mediziner bisher anhand der Entwicklung des Patienten, was meist Wochen oder gar Monate dauert. Das neue Verfahren soll diese Zeitspanne auf wenige Stunden verkürzen.

Erste Untersuchungen

In einer Studie prüften die Forscher der Duke Universität im US-Bundesstaat North Carolina Brustkrebsgewebe unter dem Einfluss der beiden Chemotherapeutika Doxorubicin und Paclitaxel. Bei Paclitaxel beobachteten die Forscher erste Veränderungen des Lichtspektrums schon nach 90 Minuten, bei Doxorubicin nach drei Stunden.

Diese Wirkung nahm in beiden Fällen nach einiger Zeit ab, setzte aber sechs Stunden später erneut ein. Die Forscher werten dies in der Zeitschrift "Cancer Research" als Hinweis darauf, dass die Apoptose in verschiedenen Stadien verläuft. In den ersten Phasen gingen die Lichtveränderungen von den Mitochondrien aus, bei den späteren Veränderungen dagegen von den Zellkernen. Die Aussagekraft des Verfahrens soll nun an Tieren geprüft werden. (APA/AP)

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    Mit Licht bestrahltes Tumorgewebe könnte die Wirkung von Medikamenten verdeutlichen.

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