"Situation ist prekär - aber nicht erst seit gestern"

6. Februar 2009, 13:49
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Aktie fällt um 5,5 Prozent - Expertin: "Markt preist Insolvenzgefahr ein" - Refinanzierungsbedarf von mehr als 300 Mio. Euro

Wien - Die Aktien der heimischen Fluglinie Austrian Airlines (AUA) sind am Freitag bis kurz nach Mittag um 5,54 Prozent auf 3,92 Euro abgeschmiert. Einem heimischen Analysten zufolge könnten die jüngsten Medienberichte über die Bonitätssituation des Unternehmens zu dem Kursverlust beigetragen haben. Eine Wertpapierexpertin sprach davon, dass der Markt "die Insolvenzgefahr einpreist".

"An der Situation der AUA hat sich nichts geändert, auch wenn die Medien mit Berichten voll sind", so der AUA-Analyst. Das Unternehmen habe mit kurzfristigen Verbindlichkeiten von mehr als 300 Mio. Euro zu kämpfen. Die Refinanzierung dieser Kreditlinien sei das größte Problem der AUA, "aber das ist nichts Neues", so der Experte. Denn: "Die Situation der AUA ist prekär, aber nicht erst seit vorgestern".

Insolvenzgefahr eingepreist

Der Analystin zufolge seien die Aussagen AUA-Aufsichtsratschef Peter Michaelis vom Vortag zwar nichts Neues, der Markt preise jedoch teilweise die Insolvenzgefahr ein und auch die erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass die Übernahme durch die Lufthansa nicht so glatt von statten gehe wie bisher erwartet.

Dass die Lufthansa im Vorfeld der Übernahme Forderungen stelle und gewisse Drohgebärden zeige, sei, so der Analyst, nicht verwunderlich. Zur Rolle von AUA-Aufsichtsratschef Peter Michaelis meinte er: "Er kann nicht viel machen, da er zwar Aufsichtsratspräsident ist, aber nicht der Vorstand." Die Aussagen von Michaelis zur Situation der Airline vom Vortag hätten fundamental ebenfalls "nichts Neues" gebracht. (APA)

 

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