Kirgisien beschließt Ende von US-Basis

6. Februar 2009, 13:36
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Regierung sieht Gespräche mit den USA lediglich als Meinungsaustausch

Bischkek - Der Beschluss über die Schließung der US-Militärbasis Manas in Kirgistan ist nach Angaben der kirgisischen Regierung endgültig. Damit widersprach das Land am Freitag den USA, die sich nach eigenen Aussagen immer noch in Verhandlungen mit dem zentralasiatischen Land befinden. "Die Entscheidung ist gefallen," sagte der kirgisische Regierungssprecher Aibek Sultangasijew. "Die US-Botschaft und das (kirgisische) Außenministerium tauschen ihre Meinungen darüber aus, es gibt aber keine Diskussionen über den Erhalt der Basis."

Finanzhilfe

Der Präsident Kirgistans, Kurmanbek Bakijew, hatte am Dienstag die Schließung des US-Luftwaffenstützpunkts verkündet. Zuvor hatte das Land von Russland eine Finanzhilfe in der Höhe von zwei Milliarden Dollar (1,56 Mrd. Euro) versprochen bekommen.

Auf die Frage nach neuen Angeboten von US-amerikanischer Seite antwortete der Ministerpräsident Igor Tschudinow: "Wir haben keine Vorschläge erhalten." Er begründete die Schließung der Basis damit, dass Kirgistan nicht mit den Methoden der US-Armee in Afghanistan einverstanden sei. Die russische Regierung, die selbst eine Militärbasis in Kirgistan betreibt, bestreitet jeden Zusammenhang zwischen der Unterstützung für das Land und der Schließung des Stützpunkts. Die NATO äußerte sich besorgt darüber, dass sich Russland möglicherweise in die kirgisische Entscheidung eingemischt habe.

Unterdessen hat der US-Botschafter in Tadschikistan verkündet, das an Afghanistan grenzende Land erlaube die Nutzung des tadschikischen Luftraums, um nicht-militärisches Material zu den NATO-Truppen am Hindukusch zu schicken. Bereits am Donnerstag hatte ein westlicher Diplomat erklärt, die USA und Usbekistan stünden kurz vor einem Abkommen über die Nutzung einer neuen Nachschubroute nach Afghanistan. (APA/Reuters)

 

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