Nationalisten greifen IKRK-Büro an

6. Februar 2009, 13:33
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Demonstranten werfen Rotem Kreuz mangelnde Neutralität vor

Colombo - Radikale Nationalisten haben in Sri Lankas Hauptstadt Colombo gegen die Arbeit des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) protestiert und das Büro der Organisation mit Steinen angegriffen. Anhänger der Nationalen Freiheitsfront (NFF) warfen dem IKRK vor, die tamilischen Rebellen zu unterstützen. Das IKRK fungiere im Nordosten des Landes als "medizinische Abteilung" der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) und verletze damit die notwendige Neutralität, erklärte ein Sprecher der Demonstranten. Daher müsse die Organisation ihre Arbeit einstellen.

Das IKRK wies die Anschuldigungen zurück. Ein Sprecher sagte in Colombo, das Rote Kreuz leiste in Abstimmung mit der Regierung humanitäre Hilfe im Kampfgebiet im Nordosten Sri Lankas. Dort sollen sich nach Darstellung von Hilfsorganisationen noch 250.000 Zivilisten aufhalten, deren Lage sich immer weiter zuspitzt. Hunderte Zivilisten sollen bei den heftigen Gefechten zwischen Armee und Rebellen getötet oder verletzt worden sein. Erst am Mittwoch hatte das IKRK das letzte Krankenhaus im LTTE-Gebiet nach mehrfachem Beschuss evakuiert. (APA/dpa)

 

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