Verkaufseinbruch im Jänner

6. Februar 2009, 13:20
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Die Krise in der Autoindustrie hat auch Europas größten Autokonzern zu Jahresbeginn voll erwischt

Im Jänner brach der weltweite Absatz im Vergleich zum Vorjahresmonat um rund ein Fünftel ein, wie es am Freitag in Unternehmenskreisen hieß. Bei der bisher erfolgsverwöhnten VW-Tochter Audi sank der Absatz im Jänner sogar um mehr als 28 Prozent. Das teilte Audi in Ingolstadt mit.

Für das Gesamtjahr rechnet VW früheren Angaben zufolge konzernweit mit einem Absatzeinbruch von rund zehn Prozent, für den Gesamtmarkt aber noch mit einem einem stärkeren Rückgang. Volkswagen hatte bereits angekündigt, der Konzern drohe im ersten Quartal 2009 in die roten Zahlen zu rutschen.

In der Automobilindustrie ist der Absatz in wichtigen Märkten wie den USA, Westeuropa und Japan als Folge der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise eingebrochen. Dazu kommt, dass die Verkäufe auch in Wachstumsmärkten wie China, Indien und Russland zurückgehen. Die Autobauer haben ihre Produktion massiv gedrosselt, um Überkapazitäten zu vermeiden. Zehntausende Beschäftigte sind in Kurzarbeit geschickt worden.

Audiabsatz eingebrochen

Bei Audi sank der Absatz im Jänner im Vergleich zum Vorjahresmonat weltweit um mehr als 28 Prozent auf gut 56.000 Autos. Neben der schwierigen Lage am Markt ist Audi zufolge dabei aber auch zu berücksichtigen, dass die Einführung des neuen A4 Anfang 2008 für einen Absatzschub gesorgt hatte.

"Dieses Jahr wird für niemanden einfach", sagte Audi-Vertriebsvorstand Peter Schwarzenbauer. Audi setze nun vor allem auf neue Modelle. Allein im ersten Halbjahr 2009 sei der Start von sechs neuen Autos geplant. Im vergangenen Jahr hatte die VW-Tochter noch dem branchenweiten Trend getrotzt und unterm Strich ein Absatzplus von 4,1 Prozent auf etwas mehr als eine Million verkaufte Fahrzeuge geschafft.

Auch konzernweit hatte VW im vergangenen Jahr gegen den Branchentrend noch einen Absatzrekord erzielt. Der Konzern lieferte weltweit 6,23 Millionen Fahrzeuge aus. Das waren 0,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Allerdings hatte der Konzern im Jahresverlauf deutlich an Wachstumstempo verloren. VW-Konzernchef Martin Winterkorn hatte gesagt, die Branche stehe vor einem "sehr schwierigen" Jahr 2009. VW will aber an dem Ziel festhalten, langfristig der größte Autobauer der Welt zu werden. (APA)

 

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