BIA ermittelt auch im Ausland

6. Februar 2009, 13:12
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Fokus der Erhebungen betriff die Jahre 2007 und 2008 - Betrugsfälle im Jahr 2005 "nicht auszuschließen"

Die Erhebungen des Büros für interne Angelegenheiten (BIA) im Betrugsskandal rund um die Bundesbuchhaltungsagentur (BHAG) werden nun auch im Ausland durchgeführt. "Wir haben sie auch international ausgedehnt", bestätigte BIA-Chef Martin Kreutner am Freitag gegenüber der APA entsprechende Medienberichte: "Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren."

Welche Länder davon betroffen seien, könne man derzeit noch nicht sagen, betonte Kreutner. Laut der Tageszeitung "Österreich" (Freitagausgabe) sind neben Österreich die Schweiz und Deutschland betroffen. Dass, wie vom Grünen Sozialsprecher Karl Öllinger behauptet, bereits 2005 rechtswidrige Überweisungen durchgeführt worden sein sollen, sei "nicht auszuschließen", sagte Kreutner. Der Fokus der Ermittlungen liege derzeit allerdings auf den vergangenen beiden Jahren.

Das vermutete Schadensausmaß von rund 60 Millionen Euro habe sich nicht vergrößert, widersprach der BIA-Chef anderslautenden Berichten. "Die Zahlen, die jetzt kolportiert werden, sind die, von denen wir ausgehen." Demnach steht der verhaftete BHAG-Beamte im Verdacht, rund 16,4 Millionen Bargeld illegal überwiesen und Schuldscheine über 43 Millionen ausgestellt zu haben.

Die Ankündigung des ebenfalls verhafteten "Venetia"-Geschäftsführers, er wollen den entstandenen Schaden aus dem Geld einer südafrikanischen Goldmine seines Freundes wiedergutmachen, wird laut Kreutner überprüft. "Wir sind natürlich bemüht, dass wir die Unterlagen für die Rückzahlung vorbereiten", meinte dazu Sebastian Lesigang, Verteidiger des "Venetia"-Chefs. Gerüchte, wonach es die Erträge aus der Goldmine gar nicht gebe, könne er nicht bestätigen. (APA)

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