Nomadenstamm vor der Vernichtung

6. Februar 2009, 13:13
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Brasilien: Survival International warnt, dass der Lebensraum der Awá zerstört wird

Rio de Janeiro - Einer der letzten Nomadenstämme im brasilianischen Amazonasgebiet ist auf der Flucht vor Planierraupen. Obwohl die Region um den Bundesstaat Maranhao von der Regierung unter Schutz gestellt worden sei, zerstörten Farmer den Lebensraum der Ureinwohner, erklärte die Organisation Survival International am Donnerstag. Zum Stamm der Awá zählen rund 300 Menschen, ein Fünftel von ihnen hatte noch nie Kontakt zur Außenwelt. Der Stamm lebt vor allem vom Fischfang sowie gesammelten Früchten aus dem Urwald.

"Holzfäller, Farmer und Siedler dringen ins Gebiet der Awá vor, jagen die Tiere, von denen sich die Ureinwohner ernähren, und bringen Krankheiten sowie Gewalt mit", erklärte Survival International. Die Organisation zum Schutz der Ureinwohner rief die brasilianischen Behörden zu sofortigen Maßnahmen auf.

Bereits in den 1970er Jahren hatte die Eröffnung einer großen Eisenmine den Awá zu schaffen gemacht. Für das von der Europäischen Union und der Weltbank finanzierte Projekt wurde eine Eisenbahnlinie durch ihr Gebiet gebaut. Durch mitgebrachte Krankheiten und gewaltsame Zusammenstöße mit Siedlern starben nach Angaben von Survival International mehr als zwei Drittel der Stammesangehörigen. (APA)

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Survival International: The Awá Need You

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