Grüntee schwächt Effekt von Krebsmitteln

7. Februar 2009, 10:00
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Inhaltstoff verhindert, dass der Wirkstoff Bortezomib die Tumorzellen abtöten kann

New York  - Grüntee-Präparate können die Wirkung mancher Krebsmedikamente blockieren. Ein Inhaltstoff des Pflanzenmittels verhindert, dass der Wirkstoff Bortezomib, der etwa gegen das Multiple Myelom oder manche Hirntumoren eingesetzt wird, die Tumorzellen abtöten kann.

"Wir wissen, dass Krebspatienten neben anderen natürlichen Mitteln auch Grünteeextrakte nutzen", sagt Axel Schönthal von der Universität von Südkalifornien. Daher untersuchte der Forscher, wie das in grünem Tee enthaltene Polyphenol EGCG die Wirkung des Arzneimittels beeinflusst. Sowohl in Zellkulturen als auch in Mäusen blockierte der Stoff den Effekt der Arznei auf Tumorzellen.

Zellen werden nicht abgetötet

Fast 100 Prozent der Krebszellen seien intakt geblieben, berichtet Schönthal im Fachblatt "Blood". Diese Wirkung trat schon bei EGCG-Konzentrationen auf, die Menschen durchaus mit Ergänzungspräparaten erreichen können.

Grünteeprodukte mit Bortezomib unverträglich

Diese schwächende Wirkung führen die Forscher darauf zurück, dass das Präparat Bortezomib auf Boronsäure basiert. Bei dem ähnlich wirkenden Mittel Nelfinavir, das keine Boronsäure enthält, blieb der Grüntee-Extrakt dagegen folgenlos. "Die gegenwärtige Datenlage ist ausreichend, um Patienten, die Bortezomib nehmen, dringend davon abzuraten, Grünteeprodukte zu konsumieren", sagt Schönthal. (APA/AP)

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    Werden Grünteeextrakte gemeinsam mit dem Präperat Bortezomib eingenommen, bleiben Krebszellen intakt

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