Mehdorn entschuldigt sich bei Mitarbeitern

6. Februar 2009, 13:55
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Der Vorstandschef der Deutschen Bahn bedauert, dass es bei den Mitarbeiterüberprüfungen zu Verstößen gekommen ist

In der Datenaffäre bei der Deutschen Bahn hat sich Unternehmenschef Hartmut Mehdorn nach Angaben des Konzerns bei den Mitarbeitern entschuldigt. Der Vorstand der Deutschen Bahn bedaure, dass es "in der Vergangenheit bei den Mitarbeiterüberprüfungen zu Verstößen gekommen ist und kein Gremium der Arbeitnehmerinteressenvertretung informiert war", erklärte Mehdorn laut einer am Freitag veröffentlichten Pressemitteilung vor dem Konzernbetriebsrat in Frankfurt. Der Bahn-Vorstand "entschuldigt sich dafür bei seinen Mitarbeitern", hieß es in der Erklärung weiter.

Ein Sprecher der Bahn-Gewerkschaft Transnet sagte der Nachrichtenagentur AFP dagegen, die Sitzungsteilnehmer hätten es "nicht so wahrgenommen, als ob Mehdorn sich entschuldigt hat". Die Pressemitteilung der Bahn habe die Gewerkschaft zur Kenntnis genommen. Allerdings liege dem Betriebsrat selbst noch keine schriftliche Erklärung Mehdorns vor. Die Gewerkschaften bestehen den Worten des Sprechers zufolge auf einer Sondersitzung des Aufsichtsrats.

Personelle Konsequenzen

Die Deutsche Bahn hatte zuvor nur schrittweise das Ausmaß des Abgleichs von Mitarbeiterdaten eingeräumt. Die Gewerkschaften hatten am Donnerstag eine Entschuldigung des Konzerns bei den Mitarbeitern und ihren Familien gefordert. Anderenfalls hatten die Arbeitnehmervertreter "personelle Konsequenzen" angemahnt und ein Ultimatum bis Dienstag gesetzt.

Die Bahn hat inzwischen eingeräumt, in den vergangenen Jahren zweimal die Daten von mindestens 173.000 Mitarbeitern, also rund zwei Dritteln der Belegschaft, überprüft zu haben. Der Konzern hatte dabei die Namen, Adressen und Kontonummern der Mitarbeiter mit jenen von Lieferanten abgeglichen, um mögliche Korruptionsfälle aufzudecken. Die Bahn hatte die betroffenen Mitarbeiter anschließend nicht darüber informiert. (APA)

 

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