Entwicklungsphasen beim Sport berücksichtigen

6. Februar 2009, 11:15
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Krafttraining ist in der Pubertät ungeeignet - Im Vorschulalter können Kinder Grobkoordination trainieren

Frankfurt/Main - Bei sportlichen Aktivitäten von Kindern sollten immer die besonderen Schwächen und Stärken in den einzelnen Entwicklungsphasen berücksichtigt werden. So bekommen Burschen in der Pubertät zwar mehr Muskeln, wie der Sprecher des deutschen Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Ulrich Fegeler, betont. Doch zugleich reduziere sich die mechanische Belastbarkeit des Bewegungsapparates, da das Skelettwachstum das Muskelwachstum übertreffe: "Es herrscht ein ungünstiges Kraft-Last-Verhältnis."

Für dieses Alter sei folglich ein Schnelligkeits- und Krafttraining weniger geeignet. Stattdessen böten sich die Stabilisierung der motorischen Fähigkeiten und die Schulung der Ausdauer an. Im Alter bis zehn Jahren sei das Knochengewebe ohnehin die schwächste Struktur im Stütz- und Bewegungsapparat, erklärt Fegeler. Bei Teenagern sei es der Wachstumsknorpel und bei jungen Erwachsenen der Kapselbandapparat.

Grobkoordination im Volksschulalter

Schon vor Schuleintritt könnten Kinder ihre Grobkoordination durch Laufen, Springen, Ballspielen und Schwimmen trainieren. Im Vorschulalter dürften sie auch schon mit Eis-, Rollschuh- oder Skilaufen beginnen.

Vom siebenten bis zehnten Lebensjahr sollte dann die Feinkoordination verbessert werden, sagt der Mediziner. In diesem Alter sei das Gleichgewichtsorgan ausgereift, und die Kinder seien in Bezug auf Bewegungsabläufe besonders lernfähig. Ballspiele und Turnen seien daher für diesen Entwicklungsabschnitt besonders geeignete Sportarten.

Rasche Trainingssteigerung riskant

Die größte Verletzungsgefahr bestehe durch plötzliche Muskelanspannung oder eine ruckartige Bewegung. "Aufwärmen, Stretching und 'Cool-down' sollten deshalb zum Sportprogramm gehören", rät Fegeler. Auch eine zu rasche Trainingssteigerung sei für Untrainierte und Übergewichtige riskant. Zehn bis 20 Fußball- oder Tennisstunden pro Woche könnten beispielsweise zu Überlastungen führen. (APA/AP)

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    Im Vorschulalter können Kinder ihre Grobkoordination trainieren, im Volksschulalter ihre Feinkoordination

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