Wiener Börse: ATX am Freitag sehr fest

6. Februar 2009, 18:13

Bwin nach vorläufigen Zahlen gefragt - AUA deutlich schwächer

Wien - Die Wiener Börse hat die Sitzung am Freitag bei durchschnittlichem Volumen mit deutlich höheren Notierungen beendet. Der ATX stieg 42,57 Punkte oder 2,52 Prozent auf 1.733,95 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund 49 Punkte über der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 1.685 Punkten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr MEZ: Dow Jones/New York +2,26 Prozent, DAX/Frankfurt +2,97 Prozent, FTSE/London +1,23 Prozent und CAC-40/Paris +1,84 Prozent.

Nach einem starken Start und einem kurzen Abtauchen in die Verlustzone konnte sich der ATX im Späthandel erholen und klar im Plus schließen. Eine starke Schlussauktion zog den Leitindex noch einmal weiter nach oben. Marktteilnehmern zufolge habe die Hoffnung auf das Banken-Rettungspaket in den USA, das am Montag vorgelegt werden soll, die Stimmung beflügelt. Dadurch konnte auch die schwachen US-Arbeitsmarktdaten abgeschüttelt werden, hieß es.

Bei mehreren Blue-Chips kauften die Investoren in der Schlussauktion deutlich zu. So zogen voestalpine um 7,10 Prozent auf 17,96 Euro an und OMV kletterten um 5,67 Prozent auf 22,18 Euro.

Auch bei der Erste Group kam es mit einem Plus von 4,19 Prozent auf 10,93 Euro zu klaren Aufschlägen. Damit konnten sich die Aktien von den Kursverlusten des Vortages ein wenig erholen. Raiffeisen International drehten hingegen schon früh ins Minus und schlossen auch um 1,26 Prozent tiefer bei 14,91 Euro.

bwin verbesserten sich nach der Präsentation vorläufiger Geschäftszahlen um 4,05 Prozent auf 20,82 Euro. Analysten beurteilen das bwin-Ergebnis unterschiedlich. UniCredit-Analyst Martin Ligezinski zufolge seien die Zahlen "den Erwartungen entsprechend" ausgefallen, während Paul Hoffmann von Sal. Oppenheim von "ohne Zweifel guten Zahlen" sprach.

AUA zeigten sich mit einem Abschlag von 9,64 Prozent auf 3,75 Euro am unteren Ende des Kurszettels. Das Unternehmen habe mit kurzfristigen Verbindlichkeiten von mehr als 300 Mio. Euro zu kämpfen, sagte ein Analyst. Die Refinanzierung dieser Kreditlinien sei das größte Problem der AUA, "aber das ist nichts Neues", so der Experte. Die Situation der AUA sei "prekär, aber nicht erst seit vorgestern".

Impulse durch Analystenstimmen

Von Analystenseite wurde eine Fülle an Neuigkeiten bekannt. Obwohl die Analysten der Erste Group das Kursziel für die Aktien von A-Tec von 11,60 auf 6,20 Euro gesenkt haben, konnten die Titel um 4,61 Prozent auf 6,36 Euro dazu gewinnen.

Die Wertpapierexperten der Deutschen Bank haben die Bewertung der Vienna Insurance Group (VIG) mit der Anlageempfehlung "buy" neu aufgenommen. Das Kursziel wird von den Experten mit 34,50 Euro beziffert. VIG schlossen um 0,45 Prozent verbessert bei 22,55 Euro.

Schoeller-Bleckmann zeigten sich mit einem Plus von 5,65 Prozent bei 24,50 Euro. Die Analysten der Raiffeisen Centrobank (RCB) haben das Kursziel für die Aktien des heimischen Ölfeldausrüsters von 30 auf 26 Euro gesenkt. Das Anlagevotum "Hold" wurde hingegen bestätigt.

Strabag verloren 0,51 Prozent auf 13,60 Euro. HSBC empfiehlt die Aktien in einer Ersteinschätzung mit "Underweight" und einem Kursziel von 12 Euro.

Die zehn größten Kursgewinner

      1. WIENERBERGER AG                   +7,29 Prozent
2. VOESTALPINE AG +7,10 Prozent
3. TEAK HOLZ INT. AG +6,59 Prozent
4. OMV AG +5,67 Prozent
5. SCHOELLER-BLECKMANN AG +5,65 Prozent
6. HIRSCH SERVO AG +5,44 Prozent
7. A-TEC INDUSTRIES AG +4,61 Prozent
8. RHI AG +4,49 Prozent
9. ERSTE GROUP BANK AG +4,19 Prozent
10. CENTURY CASINOS INC +4,17 Prozent

Die zehn größten Kursverlierer

      1. HTI HIGH TECH INDUSTRIES AG      -17,00 Prozent
2. AUSTRIAN AIRLINES AG -9,64 Prozent
3. C-QUADRAT INVESTMENT AG -6,49 Prozent
4. FRAUENTHAL HOLDING AG -5,00 Prozent
5. HEAD N.V. -4,55 Prozent
6. WOLFORD AG -3,77 Prozent
7. ROSENBAUER INTERNATIONAL AG -3,75 Prozent
8. WEBFREETV.COM MULTIMEDIA AG -2,70 Prozent
9. SW UMWELTTECHNIK AG -2,42 Prozent
10. ECO BUSINESS-IMMOBILIEN AG -2,10 Prozent
(APA)
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