Sharp rechnet mit erstem Jahresverlust der Firmengeschichte

6. Februar 2009, 09:10
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Der japanische Elektronikkonzern kämpft mit fallenden Preisen und einem starken Yen

Tokio - Der japanische Elektronikkonzern Sharp rechnet wegen fallender Preise bei Flachbildschirmen und dem starken Yen mit dem ersten Betriebsverlust seiner Firmengeschichte. Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, wird das Minus im Geschäftsjahr bis Ende März voraussichtlich 30 Mrd. Yen (261 Mio. Euro) betragen. Die Auswirkungen der globalen Rezession bescherten dem Konzern zudem einen Quartalsverlust von 15,86 Mrd. Yen nach einem Gewinn von knapp 52 Mrd. Yen im Vergleichszeitraum. Der Umsatz ging zwischen von Oktober bis Dezember um 20 Prozent auf 735 Mrd. Yen zurück.

Sharp will sich gegen die Krise mit Einsparungen von umgerechnet rund 1,7 Mrd. Euro und der Streichung von 1500 Arbeitsplätzen stemmen. Die Ergebnisse wurden zudem von Verlusten am Aktienmarkt sowie einer Kartellstrafe von 120 Mio. Dollar (93,5 Mio. Euro) wegen Preisabsprachen bei LCD-Panels belastet.

Der Konkurrent von Samsung und LG Electronics ist für die fallenden Preise auf den hart umkämpften Märkten mit LCD-Panels und Flachbildschirmen besonders anfällig, seitdem er Produktionsbereiche an andere Hersteller verkaufte, die Einzelteile aber weiterhin in den eigenen TV-Geräten montiert. Vor Sharp hatten bereits die japanischen Elektronikgiganten Panasonic, Hitachi und Sony vor tiefroten Zahlen in ihren Bilanzen gewarnt.

Bisher war der Konzern noch von einem Betriebsgewinn von 130 Mrd. Yen (1,12 Mrd. Euro) ausgegangen. Analysten hatten mit einem Plus von 45,4 Mrd. Yen gerechnet. Vor einem Jahr betrug der Überschuss noch 183,69 Mrd. Yen (rund 1,63 Mrd. Euro). (APA/Reuters)

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