Sprecher sieht Kommunikationsprobleme

6. Februar 2009, 06:16
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Lombardi: Papst habe von extremen Ansichten des Holocaust-Leugners Williamson nichts gewusst - Umstrittene Piusbruderschaft plant weitere Priesterweihen

Paris/Berlin - Die Holocaust-Affäre hat nach Ansicht von Vatikan-Sprecher Federico Lombardi Kommunikationsdefizite in der Kurie offengelegt. Zugleich nahm Lombardi in der katholischen französischen Tageszeitung "La Croix" Papst Benedikt XVI. im Zusammenhang mit der Aufhebung der Exkommunikation des britischen Bischofs und Holocausts-Leugners Richard Williamson in Schutz. Nach den Worten Lombardis muss in der Kurie erst noch eine "Kultur der Kommunikation" geschaffen werden. Jede Abteilung kommuniziere eigenständig, ohne zwangsläufig an eine Zusammenarbeit mit der Presseabteilung des Vatikans zu denken.

Wenn es bereits bei der Veröffentlichung des Dekrets die zusätzlichen Erklärungen des Staatssekretariats vom Mittwoch (4. Februar) gegeben hätte, wäre dem Vatikan viel erspart geblieben, meinte Lombardi. "Vor allem, wenn es sich um "heiße" Themen handelt, ist es vorzuziehen, seine Erklärungen gut vorzubereiten. Aber es ist unmöglich, jede Schwierigkeit zu vermeiden", sagte Lombardi.

Umstrittene Piusbruderschaft plant weitere Priesterweihen

Ehrlich gesagt, sei es ein "heikler Punkt", wer die Ansichten Williamsons gekannt habe, meinte Lombardi. Der Papst habe das nicht gewusst. Wenn es jemand gewusst habe, sei es der Präsident der zuständigen Päpstlichen Kommission, Kardinal Dario Castrillon Hoyos, gewesen.

Laut einem Bericht des "Kölner Stadt-Anzeigers" (Freitag-Ausgabe) ist die Piusbruderschaft weiter auf Konfrontationskurs. Für Ende Juni seien bereits die nächsten Priesterweihen angesetzt, obwohl solche Weihen den vier abtrünnigen Bischöfen der Bruderschaft verboten seien, berichtete die Zeitung. (APA/dpa/AP/AFP)

 

 

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