Gute Schwingungen zum Berlinale-Auftakt

5. Februar 2009, 20:04
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Die siebenköpfige Jury unter dem Vorsitz von Tilda Swinton gibt sich politisch kämpferisch und darin einig

Berlin - Zur Eröffnung der 59. Internationalen Filmfestspiele Berlin feierte am Donnerstagabend Tom Tykwers Politthriller "The International" seine Weltpremiere. Der im Wettbewerb außer Konkurrenz laufende Film startet am 13. Februar in den österreichischen Kinos. Glückliches Timing: Der Brite Clive Owen und die Australierin Naomi Watts spielen in dem Action-Drama ein Ermittlerteam, das gegen die Übermacht einer international agierenden, kriminellen Bank kämpft.

Dass die aktuelle Finanzkrise nur ein Teil der weltweiten Krise ist, das machte auch die Berlinale-Jury unter dem Vorsitz der britischen Schauspielerin Tilda Swinton klar. Das siebenköpfige Gremium, das über die Vergabe des Goldenen Bären entscheidet, zeigt sich politisch kämpferisch. Die Welt müsse den Blick auf die Krisenherde der Welt richten, forderte Swinton. "Niemand spricht über die Ärmsten der Armen, die wirklich betroffen sind", meinte Jury-Mitglied Henning Mankell, Bestseller-Autor mit Wohnsitzen in Schweden und Mosambik.

Nach Ansicht von Jurymitglied Christoph Schlingensief kann das Medium Film zur Aufklärung beitragen. "Wir können uns nicht pausenlos dirigieren lassen, wir müssen lernen, dass wir selber auch gestalten können. Das ist auch, was eine Filmkamera leisten kann", erklärte der Film- und Theaterregisseur. "Wir sind ein gutes Team", war Schlingensief bei der Pressekonferenz überzeugt. "Wir haben noch nicht eine Nacht durchgesoffen, aber das wird sicher noch kommen." (APA/dpa/red)

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    In Berlin dürfte die Chemie zwischen Jury-präsidentin Tilda Swinton und Regisseur Christoph Schlingensief stimmen. Das könnte bei der Favoritenwahl aus 26 Wettbewerbsfilmen hilfreich sein.

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