Aufregung um "Big Brother" mit Kindern

5. Februar 2009, 19:45
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Channel 4 steht derzeit im Kreuzfeuer der öffentlichen Kritik

Channel 4 steht derzeit im Kreuzfeuer der öffentlichen Kritik. Der britische TV-Sender strahlt eine vierteilige TV-Sendung "Boys and Girls Alone" aus -  eine leicht abgeänderte Version des bekannten "Big Brother"-Reality-TV-Konzepts. Bei "Boys and Girls Alone" werden Kinder im Alter zwischen acht und elf Jahren zwei Wochen lang von ihren Eltern getrennt. Die Minderjährigen wohnen in zwei Dörfern und werden während dieser Zeit vollkommen sich selbst überlassen.

Die von Channel 4 als "soziales Experiment" angekündigte Sendung hat bei Gesetzgebern und Jugendschutzorganisationen heftige Proteste ausgelöst. Das Sendungskonzept sei "grausam und gefühllos" und habe keinerlei Zweck, als die Einschaltquoten des Senders zu steigern, heißt es. Laut Channel 4 ist das Ziel der Sendung die Klärung der Frage, wie sich Kinder im Alter zwischen acht und elf Jahren in einem für sie völlig fremden Umfeld ohne den gewohnten Beistand ihrer Eltern verhalten.

"Millionen von Zusehern haben die insgesamt zwanzig Kinder letztendlich nur dabei beobachtet, wie sie miteinander streiten, sich gegenseitig verbal fertigmachen und darum betteln, wieder nach hause zu ihren Eltern zu dürfen", schildert Nicola Methven in einem Beitrag der britischen Tageszeitung "Daily Mirror". Die am TV-Experiment beteiligten Kinder wären unter völlig falschen Erwartungen in die Sendung gekommen. "Wir wollten weg von unseren Eltern, um Spaß zu haben. Den haben wir hier aber überhaupt nicht. Keiner will freiwillig gequält werden", zitiert Methven zwei junge Sendungsteilnehmer. (pte)

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