Unterstützung für Banken

5. Februar 2009, 17:37
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Russlands Regierungschef Wladimir Putin hat am Donnerstag ein neues Hilfspaket für die russischen Banken angekündigt

Russlands Regierungschef Wladimir Putin hat am Donnerstag ein neues Hilfspaket für die russischen Banken angekündigt. Demnach sollen den unter der Finanzkrise leidenden Instituten weitere 400 Milliarden Rubel (8,6 Milliarden Euro) zur Verfügung gestellt werden. Erst am Mittwoch kündigte Finanzminister Alexej Kudrin eine Kapitalspritze in Höhe von rund 30 Milliarden Euro an.

Kreditvergabe ankurbeln

Während die ersten Hilfsmaßnahmen der Regierung auf das Überleben der betroffenen Banken ausgerichtet waren, soll mithilfe des zweiten Hilfspaketes die Kreditvergabe an Unternehmen und Privatkunden wieder angekurbelt werden, sagte Putin nach der Regierungssitzung am Donnerstag. Russland hat bereits 200 Milliarden US-Dollar ausgegeben, um die Folgen der globalen Finanzkrise abzufedern.
Größte Nutznießer des Hilfspakets sind die zweitgrößte russische Bank VTB, die 200 Milliarden Rubel erhält, sowie die staatliche Entwicklungsbank VEB, die mit 100 Milliarden Rubel unterstützt wird. Die restlichen Milliarden sollen in Form von nachrangigen Krediten an private Banken gehen.
Mithilfe der Staatshilfe will die Regierung die Banken motivieren, wieder Kredite an die Realwirtschaft zu vergeben. "Heute beträgt die Wachstumsrate der Kreditvergabe im realen Sektor ein Prozent. Das ist offensichtlich unzureichend" , sagte Putin. Experten kritisierten, dass die Staatshilfe an die Banken großteils verpufft ist, da die Institute die Kredite nicht an die Wirtschaft weitergaben, sondern Devisen kauften.
Als weitere Krisenmaßnahme stellte Putin die Erhöhung der staatlichen Beteiligung am Stammkapital der Staatsbanken in Aussicht. Eine direkte Beteiligung des Staates an Privatbanken bezeichnete der Premierminister hingegen als unzweckmäßig. "Wir bezwecken keinen direkten Erwerb von Anteilen an Privatbanken" , sagte Putin.
Wie die russische Tageszeitung Kommersant berichtete, hat die Regierung eine Liste von 81 systemerhaltenden Banken erstellt, die es mit staatlicher Hilfe zu unterstützen gilt. Dem Bericht zufolge soll sich darunter auch die russische Tochter der Raiffeisen International befinden. Derzeit werden zwei Varianten diskutiert, wie man diesen Banken am besten helfen kann.

Keine russische "Bad Bank"

Die erste Variante sieht vor, dass mit den vorhandenen Staatsmitteln vier bis fünf große Banken gerettet werden sollen. Als zweite Option wird angedacht, 30 Banken zu helfen. Eine Absage erteilte Vize-Premier Igor Schuwalow der Idee, eine russische "Bad Bank" , eine Art Abwicklungsbank für notleidende Kredite zu gründen. Die Bündelung von faulen Kredite in einem Institut berge ein zu hohes Korruptionsrisiko, sagte Schuwalow bei einer Investorenkonferenz in Moskau. (Verena Diethelm aus Moskau, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6.2.2009)

 

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