Produktionsverlagerung nach Großbritannien

5. Februar 2009, 17:10
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Wien - Der börsenotierte Vorarlberger Leuchtenkonzern Zumtobel verlagert einen Teil seiner Produktion nach Großbritannien. Eine neue Fabrik im englischen Spennymoor könnte eine jährliche Produktion von 50 Mio. Pfund (56,9 Mio. Euro) von Werken in Schweden und Deutschland übernehmen, sagte Vorstandschef Andreas Ludwig anlässlich der Werkseröffnung im Gespräch mit der Nachrichtenagentur "Bloomberg".

Die Exporte nach Großbritannien machten 100 Mio. Pfund aus. Dieser Wert solle in den nächsten zwei Jahren um die Hälfte reduziert werden. Der Pfund hat zuletzt um 30 Prozent an Wert verloren, was aus dem Euro-Raum auf die Insel exportierte Waren entsprechend teurer macht. In naher Zukunft sei nicht absehbar, dass der Pfund seine alte Stärke wieder erlangt, sagte Ludwig. Die Produktionsverlagerung sei aber nicht quartalsweise sinnvoll, sondern eher über die Lebensdauer eines Produkts, also für rund fünf Jahre.

Zumtobel hat bereits im Dezember bei der Präsentation der Halbjahresergebnisse das Ziel einer EBIT-Marge von acht bis neun Prozent aufgegeben. Ludwig sagte nun, das Unternehmen könnte ein 55-Millionen-Euro schweres Sparprogramm verlängern, das auch den Abbau von 900 Arbeitsplätzen vorsieht, wenn der Umsatz um mehr als zehn Prozent fallen sollte. "Es gibt keine heiligen Kühe", so Ludwig laut "Bloomberg". Es gebe zwar im Moment keine Pläne, Fabriken zu schließen oder Märkte aufzugeben, aber "wir haben ein paar schwierige Quartale vor uns".

Auch die Dividende werde in absoluten Zahlen nicht gleich hoch sein wie im Vorjahr. 30 bis 50 Prozent des Gewinns pro Aktien sollen ausgeschüttet werden. In den ersten sechs Monaten - bis Oktober - seien die Gewinn um 22 Prozent auf 95 Cent gefallen. Im Jahr 2007/08 hat Zumtobel 70 Cent pro Aktie ausgeschüttet. Zumtobel hat weltweit über 7.000 Mitarbeiter. Über 80 Prozent des Umsatzes werden in Europa erwirtschaftet.(APA)

 

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