Ziemlich "böse" Krankheitserreger

5. Februar 2009, 14:30
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Viele Krankheiten stammen aus dem Tierreich - Meeting in Wien

Wien - Durch die zunehmende Mobilität von Mensch und Tier können jederzeit neue Krankheiten auftauchen. Zu mehr als der Hälfte stammen diese aus dem Tierreich, eingeschleppt oder übertragen durch infizierte Tiere bzw. Vektoren, welche Erreger von Wirt zu Wirt transportieren. Seuchen und ihre Überwachung stehen Ende kommender Woche im Mittelpunkt des International Meetings on Emerging Diseases and Surveillance (IMED, 13. bis 16. Februar) in Wien.

"Ob neue Krankheiten von Tieren kommen oder sich das Verbreitungsgebiet von Vektoren (z. B. Stechmücken) verändert - da kann noch einiges auf uns zukommen. Es gibt in anderen Weltregionen noch mehrere hundert Krankheitserreger, die wir noch gar nicht wirklich kennen, von denen aber einige ziemlich 'böse', auch für den Menschen, sein dürften. Wir haben auch einen regen Vogelzug zwischen Afrika und Europa", sagte Norbert Nowotny, Spezialist für Klinische Virologie an der Universität für Veterinärmedizin in Wien.

70 Prozent der in den jüngeren Vergangenheit aufgetauchten neuen Infektionskrankheiten kamen aus dem Tierreich. Von rund 1.500 beim Menschen bekannten Krankheitserregern überschreiten mehr als 50 Prozent die Artengrenze.

Informationsmarkt

Der Kongress in Wien, zu dem rund 700 Teilnehmer erwartet werden, wird sich mit weltweiten Beobachtungsmaßnahmen bezüglich neu auftauchender Erkrankungen, mit Maßnahmen zur Eindämmung von Krankheitsausbrüchen, mit Vektoren, viralen und bakteriellen Infektionen beschäftigen. Nowotny: "Beispiele sind die Blauzungenkrankheit oder das West Nile Virus. In Wien treffen einander Human- und Veterinärmediziner, Biologen und Experten anderer Fächer, um gemeinsam die Fragen zu diskutieren."

Als nützlich hat sich in den vergangenen Jahren auch der weltweite ProMED-mail-Service herausgestellt. Zehntausende Ärzte, Mikrobiologen etc. speichern hier auf freiwilliger Basis ihre Informationen ein - ein aktueller riesiger Informationsmarkt über neue Erkrankungen. (APA)

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