Schlechte News für Barry Bonds

6. Februar 2009, 10:53
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MLB-Homerun-König wird von Ge­richtsdokumenten schwer belastet - Positive Dopingtests belegt, Ver­fahren wegen zehnmaligen Mein­eides und Behinderung der Justiz

San Francisco - Ein Bundesgericht hat am Mittwoch in San Francisco mehrere hundert Seiten von Gerichtsdokumenten zum Fall Barry Bonds offengelegt. Die Papiere belegen unter anderem positive Dopingtests, die die Staatsanwaltschaft dem seit Jahren unter Dopingverdacht stehenden Homerun-König der Major League Baseball (MLB) zuordnet.

Bonds muss sich wegen zehnmaligen Meineides und der Behinderung der Justiz in einem weiteren Fall am 2. März vor Gericht verantworten. Bei einer Verhandlung im Zuge des Balco-Skandals hatte er im Dezember 2003 ausgesagt, nie wissentlich leistungssteigernde Mittel genommen zu haben.

Die Gerichtsdokumente beweisen jedoch, dass der Outfielder, der zuletzt 2007 für die San Francisco Giants in der MLB spielte, 2000 und 2001 dreimal positiv auf Methenelon und Nandrolon getestet wurde. Entsprechende Unterlagen hatte die Staatsanwaltschaft im kalifornischen Balco-Labor gefunden, das sie 2003 aufgedeckt hatte. In den damals beschlagnahmten Urin- und Blutproben des Baseball-Profis hat der von der Regierung beauftragte Spezialist Don Catlin Beweise für den Gebrauch des Designer-Steriods THG gefunden. Zudem wurde Bonds am 7. Juli 2006 positiv auf Amphetamine getestet.

Wie durch die Dokumente herauskam, haben die Anwälte des Baseball-Stars von 2000 bis 2006 unter anderem insgesamt 24 Dopingtests und handgeschriebene Notizen zur Nutzung von leistungssteigernden Mitteln wie EPO und THG unterdrückt. Die Gerichtsunterlagen bestätigen zudem, dass Steve Hoskins, ein Jugendfreund und persönlicher Assistent von Bonds, 2003 ein Gespräch mit Bonds' Privattrainer Greg Anderson heimlich mitgeschnitten hatte. Mit diesen Aufnahmen wollte Hoskins Bonds' Vater beweisen, dass sein Sohn dopt.

So habe Anderson gegenüber Hoskins geprahlt: "Alles, was wir bisher gemacht haben, ist nicht nachweisbar. Der Stoff, den ich habe, den haben wir kreiert. Und du kannst ihn nirgendwo anders kaufen." Anderson fügte hinzu, er mache sich keine Sorgen, dass Bonds' Betrügereien auffliegen würden. Schließlich würden Leichtathletik-Star Marion Jones und andere Athleten die gleichen Drogen benutzen und seien nicht erwischt worden.

"Deshalb weiß ich, dass das Zeug funktioniert. Das ist so cool", so Anderson, der bereits mehrere Monate in Haft saß, weil er sich geweigert hatte, gegen seinen einstigen Schützling vor Gericht auszusagen. (APA/dpa)

 

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    Barry Bonds hat einiges zu erklären.

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