Die Scheibe ist eine Welt

glu, 9. Februar 2009, 20:03
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    Hydraulische Scheibenbremsen, wie die Elixir CR Carbon 3.4 von Avid, bremsen besser, sind aber teuerer als herkömmliche Bremsen. Rausgeschmissenes Geld oder alternative Lebensversicherung?

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Hydraulische Bremsscheiben sind im Sportbereich schon ein Must geworden. Aber bringen die auch etwas oder bremsen sie nur?

Wer heute - fürs Gedankenexperiment ein Mountain-Bike - kauft und auf eine hydraulische Scheibenbremse verzichtet, erntet blockierende Blicke bei der Rast. Sind Scheibenbremsen nur etwas für Autos und Motorräder, oder sind sie auch im Radsport entscheidend über Sieg oder Niederlage? Normale Felgenbremsen verzögern doch auch und reichen, um ein Rad zu blockieren. Stärker bremsen kann man über eine Scheibe auch nicht. Schon gar nicht um den gleichen Preis. Ein komplettes Scheibenbrems-Set kostet, je nach System, zwischen rund 70 bis weit über 500 Euro.

Geldbeträge sind nicht der einzige Preis, den man für eine Scheibenbremse zahlt - sie braucht auch viel Aufmerksamkeit: Ist die Scheibe nicht richtig eingestellt oder hat eine Delle, schleift und quietscht die Bremse. Und wenn es quietscht, bremst es auch. Außerdem ist die Scheibe anfällig für Beschädigungen, wie sie etwa durch Tritte entstehen können, die ihre Ursache darin haben, dass man sich, nach einer längeren, durchbremsten Bergabfahrt, mit einem Körperteil an der Scheibe verbrannt hat. Neben den exponierten Hautstellen werden auch Naben, Speichen und Gabel beim Einsatz von Scheibenbremsen, aufgrund der größeren Krafthebel, stärker belastet. Zu guter Letzt sind Scheibenbremssysteme in der Regel schwerer als Felgenbremsen. Moderne 2-Kolben-Systeme fürs Vorderrad wiegen zwar nur mehr 277 Gramm (bei einer Scheibe mit 160 Millimeter Durchmesser), aber man findet auch noch ältere und günstige Anlagen, die fast ein Kilogramm auf die Waage bringen.

Schwer wiegen jedoch auch die Vorteile der Scheibenbremse. Wer mit dem Rad nur zur Arbeit und vielleicht einmal zum Bäcker Semmeln holen fährt, wird die tolle Optik einer Scheibenbremse schätzen. Viel mehr bringt sie im Nahverkehr nicht. Der Sportler wird die bessere Dosierbarkeit lieben, und dass das Rad auch noch verzögert, wenn es ordentlich nass ist. Bei steilen Bergab-Passagen hilft die höhere Bremskraft. Bei starker Belastung kann es aber zum Fading kommen, wodurch der an sich klare Bremsdruckpunkt schwammiger wird.

Fading tritt auf, wenn die Bremsflüssigkeit zu sieden beginnt. Das passiert, weil die Wärme, die durch die Reibung der organischen oder semi-metallischen Bremsbeläge auf der Bremsscheibe entsteht, auch auf die Bremsflüssigkeit wirkt. DOT 4 ist bei Fahrradsystemen schon Standard - das heißt, die Bremsflüssigkeit hat eine Siedetemperatur von 230 ° Celsius. Kurzum, wenn bei der Scheibenbremse Fading auftritt, hätten Gummi-Bremsbacken die Felgen schon längst so erhitzt, dass der Schlauch geplatzt wäre.

Wer vorhat, seine Bremse ständig stark zu beanspruchen, wird zu einem 4-Kolben-System greifen. Das höhere Gewicht im Vergleich zu einer 2-Kolben-Anlage wird für einen Vielbremser kein Problem sein. Standard-Bremsscheiben-Größen haben die Durchmesser 160, 180 oder 203 Millimeter. Und für ganz hemmungslose Bremsfanatiker gibt es auch schon schwimmend gelagerte Bremsscheiben. Die schinden bei der Rast dann nicht nur bei anderen Radfahrern, sondern auch einigen Motorradfahrern Eindruck. (Text: Guido Gluschitsch)

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cenare in animo habeo
00
19.2.2009, 21:44
Ich jedoch

bin im Besitz der allerhöchsten Hightech-Avantgarde:

Seit ich meine Vorderrad-Scheibe versehentlich geölt habe, bremse ich wieder mit dem Fuß.

dr.no3
40
16.2.2009, 00:01
160 Millimeter Durchmesser?

ich fahr 26zoll scheibenbremsen

scheibe und zb trommel ist eine geometrische kategorie
http://de.wikipedia.org/wiki/Scheibe
das lässt sich auch durch noch so viel marketinggeschwafel nicht ändern

sheldon brown schau oba
und schenk den linksbremsern gehirn
das ihnen die säfte nicht aufkochen

Mucosaprolaps
00

26 Zoll ist der Raddurchmesser, 160 mm der der Bremse ...

ljack
00
15.2.2009, 18:53
Lustig.

Schon die ersten hydraulischen Scheibenbremsen kamen von Magura. Der gute alte Gustav wird seit jeher (>10 Jahre) mit Schwimmsattel gebaut. Genauso gibt es bei Magura und Shimano Hydrauliköl. Altert nicht, ist nicht aggressiv zu Haut und Lack und auch noch deutlich umweltfreundlicher.
DOT muss man hingegen alle 2 Jahre tauschen, dabei extrem aufpassen dass man nichts versaut und gleichzeitig keine Luft ins System kommt.

Ich fahre seit 10 Jahren Scheibenbremsen. Ich habe mir noch nie die Finger verbrannt (obwohl ich es nach langen Abfahrten jederzeit könnte), keine Scheibe verbogen und auch keinen Bremsschlauch gerissen. So sorglos wie hydraulische Scheibenbremsen ist sonst nichts am Rad (gut, der Chris King Steuersatz).

FloImSchnee
 
00
16.2.2009, 20:55

"So sorglos wie hydraulische Scheibenbremsen..."
Hmm, woher dann wohl die unzählbaren Threads zu Scheibenbremsproblemen (Quietschen, Schleifen, Rubbeln, Luft im System, Wandernder Druckpunkt) in den div. einschlägigen Internetforen kommen... ;)


Bitte nicht falsch verstehen -- ich selbst kann mir an meinem Enduro nichts anderes mehr vorstellen als 200/180er-Scheiben.
Dennoch halte ich für "normale" Fahrräder eine simple, billige, leichte V-Brake für die bessere Wahl. Einfache Technik, von jedem einzustellen u. "reparieren".

ljack
00
16.2.2009, 21:05
Jein.

Eine fachgerecht montierte und justierte Scheibenbremse quietscht, schleift und rubbelt nicht. Auch Luft im System und ein wandernder Druckpunkt sind durch korrekte Montage zu beheben.
Sobald das erledigt ist, braucht man sich keine Gedanken mehr machen.
V-Brakes lassen sich zwar auch von Leuten mit 2 linken Händen einigermaßen einstellen, dafür hat man nur Scherereien: korrodierte Bremszüge, ungenauer Druckpunkt, Felgenverschleiß, besonders geringe Bremskraft bei schlechtem Wetter und der regelmäßige Tausch von Bowden und Zügen macht einfach keinen Spaß (und ist teuer).
Dann lieber doch 1x ein bissl Geld in die Hand nehmen und Ruhe haben, statt permanent am Rad rumzufrickeln.

Alkolix
31
11.2.2009, 12:59

frag mich wieso es hier so viele leute gibt die so auf bremsscheiben bestehen selbst aber nichtmal einen motor am 2rad haben ;)

dann macht das bergauffahren auch spass

Lethawae
00
11.3.2009, 21:50

So, jetzt einen Monat später kann man es ja schreiben:
Trollversuch komplett in die eigene Hose gegangen.

Alkolix
00
12.3.2009, 15:21

das hast dir jetzt aber lange verkneifen müssen ;)

lucky luke5
00
10.2.2009, 14:35
gustavM

dot4 ? nicht immer manche verwenden auch mineralöl (magura)

Der Unkurze
00
12.2.2009, 13:30

warum wird eignetlich dot4 und nicht dot5.1 verwendet?

gustav gans42
00
10.2.2009, 21:01

würd`micht echt interessieren, warum immer alle auf mir herumhacken...

hast1
02
14.2.2009, 00:32

legen sie sich einen anderen nicknamen zu.

wer bitteschön mag gustav gans?

schmid joachim
00
wer mag gustav gans

daisy duck

votec
00
10.2.2009, 17:14
genau:

rein mit dem "blood"
entlüften
und los geht's

mit der gustav als anker bist schon mal auf der sicheren seite

Soph Isticus
73
10.2.2009, 13:56
also, gleich mal aufräumen mit dem artikel:

prinzipiell fährt sollte jeder bike, der etwas jam in der marille hat, so fahren, dass er/sie NICHT oder nicht viel bremsen muss.

tatsächlich wäre an den scheibenbremsen ein sicherheitsmechanismus wie automatische versperrfunktion (so etwas wird sich doch einrichten lassen) interessant. dann hätten wir schloss und bremse in einem.

ansonsten: sinnlose investition.

um euro 70.- kauf ich mir second-hand ein alurad und fahr damit glücklich bis ans lebensende.

Lethawae
15
10.2.2009, 15:20

Dann räumen wir mal mit dir auf.

So fahren, daß man wenig bremsen muß, spielt's bei Downhill und Cross Country eben nicht.

Die automatische Versperrfunktion wäre fast sinnlos - ein normales Rad wiegt maximal 10 Kilo, das wird weggetragen.

Und mit einem Alurad wird maximal ein reiner Stadtfahrer glücklich.
Wer Gelände bzw. richtig Kilometer auf der Straße macht braucht anderes Material.

virtualboy
00
10.2.2009, 15:17

Sinnlos nur wenn man in der Ebene fährt. Für Otto Normalfahrer, der im Sommer um den Neusielder See radelt macht das keinen Sinn und der Wartungsaufwand für die Scheibenbremse ist dann sinnlos hoch.
Wenn man jedoch auch z.B. im Winter steile Abfahrten benutzen will, kommt man halt um die Scheibenbremse kaum herum. Habe beides probiert, kein Vergleich.

Ludovico Settembrini
00
15.2.2009, 20:48

mein radl wurde im juli 2000 zusammengebaut. am rad befindet sich die erste version der deore XT. gewartet hab ich die bremes noch nie...

Ludovico Settembrini
00
16.2.2009, 14:44

mountainbike rechne ich in betriebstunden... wuerde sagen im schnitt nur 1 tour pro woche am mounty...zu 3-4 stunden....

und: ich hab nach etwa 2 monaten die bremsbelaege ausgetauscht weil angeblich schadhaft serie...

Lethawae
00
16.2.2009, 13:36

Dann bleibt die nicht unwichtige Frage nach deiner jährlichen Kilometerleistung.

votec
00
10.2.2009, 17:21
wartungsaufwand ?!?!

das mit dem wartungsaufwand kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. wenn du kein bastler bist, also ständig am bike rumschraubst oder testest, wüßte ich KEINEN einzigen grund der die aussage: höherer warungsaufwand rechtfertigt.
im gegenteil die ggf. notwenige einstellung nach belegtausch einer V-brake ist weitaus anspruchsvoller als die bremsbelege meiner diskbrake zu wechseln.

Zainaman
00
11.2.2009, 08:57

Also ich hab immer schon Scheiben. (Hatte mal V-Brakes mit Keramik Belegen und passenden Felgen).

Also bei den V-Brakes muss ich sagen. Lassen sich einfach nicht gscheit dosieren und die Felge ist irgend wann im Eimer. Dauernd kannst herum basteln damit sie ordentlich funktionieren...

Bei meinen Scheiben hab ich weniger Probleme. Bei der Gustl (Magura Gustav M) haben sich leider die Plastik Einsätze (in den Kolben) mit der Zeit auf gelöst. Funktioniert aber ohne genau so gut.

Eine Gustl ist aber extrem heftig wenn man die noch nicht gewohnt ist.

Hab noch eine Luise FR und eine Avid Juicy 7.

Also driften geht mit Scheiben einfach besser weil du leicht bremsen kannst und mit rotierendem Hinterrad mehr halt in der kurve hast.

human ic
00
11.2.2009, 17:01

ja, felgen sind irgendwann mal durchgebremst. meine wurden im offroadeinsatz aus diversen gründen nie so alt.

human ic
01
10.2.2009, 14:19

dir wurden nicht zufällig schon ein paar räder davongetragen ?
jo, um 70euro bekommst reifen die durchaus ein paar jahre gut funktionieren.

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