"Priesterinnen" fordern Rücknahme der Exkommunikation

5. Februar 2009, 10:35
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"Akt zur Versöhnung und Gerechtigkeit gegenüber Frauen in der Kirche" - "Priesterinnenweihe" laut Kirche "Simulation des Sakramentes"

Washington - Die Rücknahme der Exkommunikation für die vier traditionalistischen Bischöfe der Piusbruderschaft hat offenbar auch Hoffnungen am anderen Ende des katholischen Spektrums geweckt, wie Kathpress meldet. Die Organisation "Roman Catholic Womenpriests" (RCWP) forderte jedenfalls Papst Benedikt XVI. auf, jetzt auch das Dekret über die Exkommunikation ihrer eigenen Mitglieder aufzuheben. "Dies wäre ein Akt zur Versöhnung und Gerechtigkeit gegenüber Frauen in der Kirche", meinte die RCWP in einer Presseerklärung. Zudem wäre es ein Schritt, "die Behandlung der Frauen als Kirchenmitglieder 'zweiter Klasse' seitens der institutionellen Kirche zu korrigieren".

Kirchenrechtler meinen allerdings, dass es gravierende Unterschiede zwischen den traditionalistischen Lefebvrianern und den "Priesterinnen" gibt. Denn der frühere französische Erzbischof Marcel Lefebvre (1905-1991) und die von ihm ohne Einverständnis des Papstes 1988 zum Bischof geweihten vier Männer erfüllten zumindest formal die Voraussetzungen für die Weihehandlung. Bei den erstmals 2002 auf einem Donauschiff an der österreichisch-bayrischen Grenze "geweihten" Frauen - darunter war auch die Oberösterreicherin Christine Mayr-Lumetzberger - und ihren Nachfolgerinnen fehlten dagegen sämtliche vom Kirchenrecht geforderten Bedingungen.

"Ordinatio sacerdotalis"

Der damalige Kardinal Joseph Ratzinger erklärte als Präfekt der Glaubenskongregation dazu, "dass die Kirche gemäß dem (1994 veröffentlichten, Anm.) Apostolischen Schreiben 'Ordinatio sacerdotalis' von Johannes Paul II. 'keinerlei Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu erteilen, und dass sich alle Gläubigen endgültig an diese Entscheidung zu halten haben'".

Die "Priesterinnenweihen" seien damit "die Simulation eines Sakramentes und deshalb ungültig und nichtig" und stellten einen "schweren Verstoß gegen die göttliche Verfassung der Kirche" dar. Weil der Bischof, der den Akt vornahm, einer schismatischen (von der Kirche abgespaltenen) Gemeinschaft angehört hatte, handle es sich darüber hinaus "um ein schweres Vergehen gegen die Einheit der Kirche". (APA)

 

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