Video von selbstgesungenem Weihnachtslied gesperrt

5. Februar 2009, 11:10
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Ein Mädchen singt "Winter Wonderland" und verstößt damit gegen die Urhebrrechte, meint YouTube - US-BürgerrechtlerInnen laufen Sturm

Die Kombination aus FairUse-Policies und einem stärkeren Einschreiten gegen Urheberrechtsverletzungen treibt manchmal seltsame Blüten. Diese musste auch ein junges Mädchen erkennt, dass bei der Online-Videoplattform YouTube ein Video eines selbstgesungenen Weihnachtsliedes hochgeladen hatte, und sich wenig später mit der Verletzung von Urheberrechten konfrontiert sah. Die US-amerikanischen BürgerrechtlerInnen der EFF fordern in einem Artikel mit dem Titel "YouTube's January Fair Use Massacre" die BetreiberInnen von YouTube nun zu einem Umdenken auf.

Takedown Notice

Die US-Teenagerin stellte das Video ihrer Interpretation von "Winter Wonderland" online und bekam wenig später eine "Takedown Notice", also eine Aufforderung das Video zu entfernen, da sonst rechtliche Schritte eingeleitet werden würden. YouTube war aber ohnehin schon schneller und hatte das Video bereits zensuriert. Der EFF erscheint das Vorgehen von YouTube, vor allem in den letzten Wochen, eindeutig überzogen.

Content ID

Immer häufiger würden RechteinhaberInnen von der Möglichkeit Gebrauch, Videos wegen vermeintlicher Urheberrechtsverstöße sperren zu lassen oder die Tonspur deaktivieren zu lassen. Nicht nur die Möglichkeit die "Takedown Notice" zu verschicken und eigene Recherchen im Netz anzustellen fördert diese Entwicklungen, vor allem YouTube eigenes Filtersystem, bekannt als "Content ID" ist der EFF dabei ein Dorn im Auge. Das Content ID-System vergleicht Inhalte von Videos mit besonderen Merkmalen urheberrechtlich geschützter Werke - so genannter "Fingerprints" - die von den Content- und Rechteinhabern bereitgestellt werden. Das Problem ist allerdings, dass "Content ID" "übervorsichtig" arbeitet. So werden auch Videos gemeldet, wo nur im Hintergrund Musik leise zu hören ist, die aber keinerlei rechtswidrige Verwendung der Inhalte aufweisen, so die EFF. Die BürgerrechtlerInnen rechnen damit, dass in den nächsten Wochen noch ein wesentlich stärkeres Anwachsen von Sperren und Zensur zu erwarten ist.(red)

  • Nie wieder Singen vor dem Weihnachtsbaum, oder zumindest nicht das Video davon auf YouTube veröffentlichen.
    foto: standard

    Nie wieder Singen vor dem Weihnachtsbaum, oder zumindest nicht das Video davon auf YouTube veröffentlichen.

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