Unilever übertrifft Umsatzerwartungen

5. Februar 2009, 15:41
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London - Der britisch-niederländische Konsumgüterkonzern Unilever stellt sich auf harte Zeiten ein: Der Hersteller von Knorr-Suppen und Rama-Margarine erwirtschaftete 2008 zwar einen satten Gewinn von 5,3 Mrd. Euro und übertraf im vierten Quartal die Umsatzerwartungen. Dennoch wagte der Konzern bei der Vorlage von Quartalszahlen am Donnerstag in London keine genaue Prognose für das laufende Jahr. Die langfristigen Wachstumsziele kassierte Unilever ein.

"Niemand kann das genaue Ausmaß der jetzigen Rezession oder die Geschwindigkeit einer Erholung abschätzen", sagte der neue Vorstandschef Paul Polman. Das britisch-niederländische Unternehmen plane nunmehr auf Basis einer unveränderten Weltwirtschaftslage in den kommenden eineinhalb bis zwei Jahre. Unilever wolle nicht wie seine Rivalen "alle fünf Minuten" den Ausblick ändern, sagte Polman.

Der Markt reagierte enttäuscht. Trotz der Konsumflaute erhofften sich Analysten wenigstens einen Fingerzeig zu den Aussichten. Der Aktienkurs stürzte an der Böse in Amsterdam mehr als vier Prozent ab, in London mehr als sechs Prozent. In den Unilever-Abwärtssog gerieten europäische Rivalen wie Reckitt Benckiser und Danone, deren Titel mehr als vier und 2,3 Prozent nachgaben.

Der bereinigte Umsatz von Unilever stieg den Angaben zufolge im abgelaufenen Vierteljahr um 7,3 Prozent und lag damit über den Markterwartungen von sechs Prozent. Im Gesamtjahr 2008 stiegen die Umsätze um 7,4 Prozent. Den Gewinn pro Aktie im zurückliegenden Jahr gab das Unternehmen mit 1,79 Euro an. Analysten hatten im Schnitt mit 1,38 Euro gerechnet.

Experten gehen jedoch davon aus, dass dem Konzern mit seinen 400 Marken, zu denen auch Pfanni und Domestos gehören, ein schwieriges Jahr bevorsteht. Ihrer Ansicht nach wird dem Konzern nicht allein der globale Wirtschaftsabschwung zu schaffen machen, sondern auch die steigende Konkurrenz von Einzelhändlern wie McBride, die billigere Produkte unter eigenem Namen in ihren Geschäften verkaufen. (APA/Reuters)

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