Italien will Minderjährigen Brustvergrößerung verbieten

5. Februar 2009, 14:00
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Noch boomt das Geschäft mit der Schönheit - 25.000 Brustvergrößerungen jährlich

Rom - Junge Mädchen, die unzufrieden sind mit ihrem Aussehen und wenig Selbstbewusstsein besitzten, sind zunehmend die bevorzugte Zielgruppe der Schönheitschirurgen. Neuer Busen zur Matura? Italien will Minderjährigen Vergrößerungen der Oberweite gesetzlich verbieten. "Solche Operationen sind kein Spiel, sondern medizinische Eingriffe, die mit Risiken verbunden sind", sagte die italienische Vize-Gesundheitsministerin, Francesca Martini.

Seit 2002 gibt es eine Empfehlung des Europäischen Parlaments, Brustimplantationen bei Frauen unter 18 Jahren nur aus medizinischen Gründen zu erlauben. Tatsächlich setzt man derzeit in Italien, wie auch in Österreich auch, noch auf das Verantwortungsbewusstsein der Eltern und Erziehungsberechtigten. Mit ihrer Zustimmung sind Eingriffe dieser Art auch ohne medizinische Indikation erlaubt.

Nationales Silikon-Prothesen-Register

Italien will in den nächsten Monaten ein nationales Register aller Silikon-Prothesen einführen, die bei implantiert werden. "Man muss wissen, was für Material und welche Prothesen verwendet werden. Derzeit wissen wir nicht einmal wirklich, wie viele Italienerinnen sich dieser Art von Operationen unterziehen", sagte die Vizeministerin.

Mangelhafte Aufklärung

In Italien boomt das Geschäft mit der chirurgischen Kosmetik. 180.000 Italiener lassen sich jährlich von Schönheitschirurgen operieren. 25.000 Frauen unterziehen sich Schätzungen zufolge Operationen zur Brustvergrößerung. Dabei mangle es stark an Information über die Risiken, die mit solchen Eingriffen verbunden sind, sagte Martini. (APA/red)

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