Armee nimmt strategisch wichtige Stadt ein

5. Februar 2009, 07:40
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Rebellen der der "Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit" ziehen sich offenbar zurück

Nairobi/Khartum - Die sudanesische Armee hat nach mehrwöchigen Kämpfen nach eigenen Angaben die strategisch wichtige Stadt Muhajiriya in der Krisenprovinz Darfur eingenommen. Wie ein Armeesprecher am Donnerstag sagte, fliehen die Rebellen der "Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit" (JEM) aus der Stadt.

Bei Kämpfen zwischen Rebellen und Regierungstruppen waren in den vergangenen drei Wochen etwa 30 Menschen getötet worden. Tausende flohen vor der Gewalt. Ein Rebellensprecher sagte, seine Truppen hätten sich aus der Stadt zurückgezogen, um der Zivilbevölkerung weitere Angriffe durch die Regierungstruppen zu ersparen, wie der britische Rundfunksender BBC berichtete.

Internationaler Strafgerichtshof prüft Anklage gegen Bashir

Die Regierung in Khartum wirft den Darfur-Rebellen vor, gegenwärtig aufzurüsten und im Fall eines internationalen Haftbefehls gegen Präsident Omar al-Bashir eine neue Offensive starten zu wollen. Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag prüft derzeit, ob Bashir wegen Völkermordes in Darfur angeklagt werden soll. Es wäre das erste Mal, dass das Gericht einen Haftbefehl gegen einen amtierenden Präsidenten erlässt.

Nach UNO-Angaben sind in dem seit fast sechs Jahren andauernden Darfur-Konflikt etwa 300.000 Menschen ums Leben gekommen. Millionen der überwiegend schwarzafrikanischen Bevölkerung der Krisenprovinz leben noch immer in Flüchtlingslagern und können wegen der andauernden Gewalt nicht in ihre Dörfer zurückkehren. Der Konflikt hatte mit Auseinandersetzungen zwischen Schwarzafrikanern und der arabischstämmigen Regierungsverwaltung begonnen. (APA/dpa)

 

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