Großes Fragezeichen hinter Abfahrtsstart

4. Februar 2009, 19:57
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Dem erkrankten Hermann Maier geht es eine Spur besser, dennoch hofft er auf Schlechtwetter und Verschiebung - "So etwas geht eben nicht von heute auf morgen"

Val d'Isere - Trotz seiner schweren Verkühlung hat Hermann Maier am Donnerstag das erste WM-Abfahrtstraining in Val d'Isere absolviert. Der Salzburger machte trotz des Handicaps auf der Bellevarde-Piste einen guten Eindruck, bremste dann - noch mehr als alle anderen Fahrer - vor dem Zielsprung komplett ab und kam mit fast zwölf Sekunden Verspätung auf den Trainingsschnellsten Christoph Gruber ins Ziel. Dort berichtete Maier dann von einer "sehr langsamen" Verbesserung seines Zustands. "So etwas geht eben nicht von heute auf morgen."

Die größte Hoffnung Maiers ist - durchaus realistisches - Schlechtwetter im französischen WM-Ort, sprich eine Verschiebung der für Samstag 11.00 Uhr angesetzten Abfahrt. "Vielleicht spielt das Wetter ein bisschen rein", hoffte der 36-Jährige, der im Falle einer Genesung neben Michael Walchhofer und Klaus Kröll für die Königsdisziplin gesetzt wäre. Die Entscheidung über einen Start liegt also bei Maier selbst sowie dem ÖSV-Ärzteteam.

Aufgrund von Windes hatten die Rennverantwortlichen am Donnerstag vor dem Zielsprung ein zusätzliches rotes Tor gesetzt, das dann so etwas wie das inoffizielle Ziel darstellte. Damit sollte verhindert werden, dass es beim extrem weitgehenden Zielsprung nicht einmal zwei Wochen nach dem schweren Sturz von Daniel Albrecht in Kitzbühel neuerlich zu Unfällen kommt. "Das habe ich dann gleich voll ausgenutzt und Meter gespart", so Maier.

Dass die ÖSV-Trainer nach dem Super-G am Mittwochabend gemeint hatten, dass ein Abfahrtstart fraglich sei, kommentierte Maier folgendermaßen: "Das brauchen nicht die Trainer infrage stellen, das mache ich schon selbst. Wenn ich nicht halbwegs beinander bin, dann macht ein Start ohnehin keinen Sinn."

Im Zielraum hatte Maier nicht nur seinen gelben Helm, sondern auch einen Feuerwehrhelm bei sich. Der Flachauer erhielt diesen von einem französischen Feuerwehrmann, der sich in seinem erfolgreichen Kampf gegen eine Krebserkrankung von Maiers Schicksal inspirieren ließ. Als Dankeschön übergab der Franzose Maier nun in Val d'Isere seinen Helm.

Nicht zuletzt deshalb meinte Maier, dass es Wichtigeres im Leben als eine WM-Abfahrt gebe. "In so einem Zustand wie im Super-G starte ich sicher nicht mehr, weil das geht extrem stark auf die Gesundheit. Eine WM-Abfahrt ist natürlich ganz schön, aber es gibt Wichtigeres."

Dass nach dem Super-G, in dem er entkräftet und chancenlos auf Platz 18 gelandet war, mancherorts über die Sinnhaftigkeit seiner Aufstellung diskutiert worden ist, nahm Maier gewohnt locker. "Über meinen Namen wird immer geredet, das bin ich gewohnt. Mir ist das egal. In einem Lied von den Ärzten heißt es ja so schön: Lass die Leute reden", so Maier, der dann noch in Richtung mancher Experten meinte: "Was tun manche Leute alles, um ins Fernsehen zu kommen."  (APA)

 

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    Hermann Maier, stark verkühlt.

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