Wenn Grafiken das Gehirn täuschen

7. Februar 2009, 18:03
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Vorgetäuschte Rotationen werden vom Gehirn für echte Bewegungen gehalten

Kyoto - Grafiken, die durch spezielle Muster eine Bewegung im Bild vortäuschen, tricksen nicht nur das Auge aus, sondern werden auch vom Gehirn für echte Bewegungen gehalten. Das hat eine Studie an der Ritsumeikan Universität in Kyoto gezeigt, die in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Journal of Vision" veröffentlicht wurde. Die Forscher maßen die Gehirnströme bei Versuchspersonen, die ein Bild mit vorgetäuschten, ständig rotierenden Schlangen betrachteten. Bei jeder Augenbewegung der Teilnehmer wurde eine höhere Aktivität in dem Teil des Gehirns festgestellt, der für die Bewegungswahrnehmung verantwortlich ist.

Zuvor waren die Wissenschaftler davon ausgegangen, dass die Wahrnehmung der vorgetäuschten Bewegung durch eine höhere Gehirnaktivität erfolgt, die etwa für die Vorstellungskraft zuständig ist. Die Studie belehrte sie eines Besseren, denn die optische Täuschung aktivierte das Gehirn in der Sehrinde. "Das ist das Teil des Gehirns, der auch die tatsächlichen physischen Bewegungen verarbeitet", erklärt Studienautor Ichiro Kuriki. "Der Eindruck der Bewegung geschieht somit nicht nur als Vorstellung des Betrachters."

Einsatzmöglichkeit

Berücksichtigt werden könnte diese Erkenntnis bei der optischen Gestaltung von Elementen, die keine Bewegung vortäuschen sollen, etwa bei Armaturenbrettern. "Auch die Designer von Multimedia-Angeboten im Internet, von Filmen oder im Fernsehen sollten darauf Rücksicht nehmen", betont Kuriki. Ein besseres Verstehen der Bewegungswahrnehmung könnte die Verwendung von Mustern verhindern, die bewegungsempfindliche Gebiete in der Hirnrinde stimulieren. Dadurch könnten verschiedene Unannehmlichkeiten des Betrachter wie das Aufkommen von Übelkeit verhindert werden, so der japanische Forscher. (pte)

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