Sternenfabrik aus der kosmischen Frühzeit entdeckt

4. Februar 2009, 19:13
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Im "kosmischen Kreißsaal" werden pro Jahr rund 1000 Sonnen geboren

Heidelberg/London - Deutsche Astronomen haben eine gigantische Sternenfabrik im jungen Universum aufgespürt. In dem knapp 13 Milliarden Lichtjahre entfernten "kosmischen Kreißsaal" werden pro Jahr rund 1000 Sonnen geboren, wie die Gruppe um Fabian Walter vom Max-Planck-Institut für Astronomie im britischen Fachjournal Nature (Bd. 457, S. 699) schreibt. Zum Vergleich: In der gesamten Milchstraße, unserer eigenen Galaxie, entsteht nur etwa eine neue Sonne pro Jahr.

Extreme Entfernungen

Das Licht der extrem fernen Sternenfabrik stammt aus einer Zeit, als das Universum nicht einmal eine Milliarde Jahre alt war. Schon frühere Messungen hatten gezeigt, dass in den jungen Galaxien damals beachtliche Mengen Sterne entstanden sind. Doch mit der neuen Beobachtung konnten die Astronomen erstmals die Größe eines solchen Sternentstehungsgebiets aus der kosmischen Frühzeit exakt vermessen.

Das war nicht ganz einfach. Denn trotz ihres Durchmessers von 4000 Lichtjahren erscheint die produktive Zentralregion der fernen Galaxie J1148+5251 am irdischen Firmament nur so groß wie eine Ein-Euro-Münze aus 18 Kilometern Entfernung. (dpa, APA, red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5. Februar 2009)

  • Falschfarbenaufnahme der Galaxie J1148+5251
    bild: nrao/aui/nsf

    Falschfarbenaufnahme der Galaxie J1148+5251

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