Eine Stange Zigaretten in Zehn-Stunden-Schicht

4. Februar 2009, 16:43
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Arbeitnehmervertreter: Der Gast kann gehen, das Personal muss bleiben

Wien - Die Arbeitnehmervertreter sind mit dem österreichischen Rauchverbot im Gastgewerbe mäßig zufrieden. Die Regelungen zum Arbeitnehmerschutz seien zwar gut, in der Praxis sei es aber unwahrscheinlich, dass ein Mitarbeiter einen guten Job aufgibt, wenn die Arbeitslosigkeit generell steige, erklärte Rudolf Kaske der Vorsitzende der Gewerkschaft vida (Verkehr, Tourismus, Handel, Dienstleistungen).

 Die Mitarbeiter seien diejenigen, die am meisten belastet werden. In einem kleinen Lokal rauche ein Kellner in einer 10-Stundenschicht im Schnitt eine Stange Zigaretten passiv mit, rechnet der Chef der vida vor. Der Gast kann gehen, das Personal muss bleiben, so Kaske.

Faktum sei, dass Brüssel die Novelle zum österreichischen Tabakgesetz kritisiert, aber auch, dass die heimische Politik ebenso bereits klar gestellt hat, dass man die derzeitigen Regelungen für ein Jahr testet.

Umbau-Möglichkeit als Zeitverzögerung

Der Vorsitzende der Sparte Tourismus in der vida, Rudolf Komaromy, kritisiert die Praxis vieler Wirte, bei der Baubehörde um eine Prüfung der räumlichen Trennungsmöglichkeiten anzusuchen um damit Zeit bis zum nächsten Jahr zu gewinnen. "Bis dahin ändert sich nichts", sagte er.

Seit Jahresbeginn 2009 darf nur mehr in kleinen Gaststätten mit weniger als 50 Quadratmetern Größe gequalmt werden, wenn diese sich klar als Raucherlokal deklariert haben. Vorgesehen sind in dem neuen Tabakgesetz auch Ausnahmen für größere Betriebe, die ein Raucherkammerl einrichten können. Wer dafür umbauen muss, genießt eine Übergangsfrist bis Juli 2010. Dasselbe gilt für Betriebe, die aus Denkmalschutz-, baurechtlichen und feuerpolizeilichen Gründen keine zwei Räume führen können: Ihre Anträge auf Raucherlaubnis werden bis dahin überprüft. (APA)

 

 

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