"Vorsorgeuntersuchung kann Leben retten"

4. Februar 2009, 15:31
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Grünewald: Nicht-Existenz von flächendeckendem Programm "grob fahrlässig" - Heinisch-Hosek: zumindest einmal jährlich zum Gynäkologen

Wien - In Österreich forderte aus Anlass des Welt-Krebs-Tages am Mittwoch der Grüne Gesundheitssprecher Kurt Grünewald die Realisierung flächendeckender Screening-Untersuchungen. Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) betonte die Notwendigkeit der Teilnahme aller Frauen an einer einmal jährlichen gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung.

"Eine Vorsorgeuntersuchung kann Leben retten, trotzdem gibt es in Österreich nach wie vor kein flächendeckendes Screening-Programm für die häufigsten Krebsarten. Das ist grob fahrlässig und muss sofort geändert werden. Prävention muss intensiv gefördert werden. Darüber hinaus muss sichergestellt sein, dass internationale Qualitätskriterien eingehalten werden, statt Geld in nicht qualitätsgesicherten Projekten zu versenken", so Grünewald.

Erfolgreiche Projekte

Es hätte durchaus erfolgreiche Projekte, wie etwa das Wiener Pilotprojekt Mammografie-Screening "Ich schau auf mich!" gegeben. Dieses - so Grünewald - sei zwischen 2006 und 2008 durchgeführt worden und hätte als einziges derartiges Programm die Qualitätsstandards der EU umgesetzt. Grünewald: "Alle anderen Bundesländer haben aus Kostengründen auf ein qualitätsgesichertes Mammografie-Screening-Programm verzichtet. Dieses Vorgehen ist verantwortungslos. Bei der Prävention von Lungenkrebs sei die Tabakgesetzgebung in Österreich weiterhin "völlig zahnlos".

Heinisch-Hosek unterstrich in einer Aussendung die Notwendigkeit der gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen, denn Brustkrebs sei bei Frauen die am meisten verbreitete Krebsform. Jedes Jahr würden in Österreich etwa 5.000 Frauen an Brustkrebs erkranken, leider an die 1.600 Frauen daran sterben. "Ich appelliere an alle Frauen, jedes Jahr zur gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung zu gehen und sich regelmäßig die Brust selbst abzutasten", erklärte sie. International - auch von der EU gewünscht - setzt man allerdings immer mehr auf Programme mit gezielten Einladungen zur Mammografie.

Die Ministerin: "Durch die Mehrfachbelastung vergessen Frauen oft auf ihre eigene Gesundheit. Daher mein Appell an alle Frauen, die eigene Gesundheit genauso wichtig zu nehmen wie die Gesundheit der Kinder oder auch des Partners." (APA)

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