Fußfesseln waren Erfolg

4. Februar 2009, 14:54
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Arbeit statt Zelle - 36 Personen ersparten sich 3.140 Hafttage - Gegen keinen einzigen Klienten wurde während des Überwachungs-Zeitraums Strafanzeige erstattet

Wien - Eine erfolgreiche Bilanz hat der Bewährungshilfe-Verein Neustart nach dem Auslaufen des Modellversuchs der "elektronischen Fußfesseln" vorgelegt.

Zwischen Jänner und September 2008 wurden insgesamt 36 Insassen der Justizanstalten Wien-Simmering und Graz-Jakomini zur elektronischen Aufsicht zugelassen. Die Betroffenen ersparten sich und dem Steuerzahler 3.140 Hafttage. Die Versuchspersonen durften das Gefängnis mit der elektronischen Überwachung teilweise verlassen. Neustart war in enger Kooperation mit den beiden Justizanstalten und in die Betreuung der Betroffenen eingebunden.

90 Prozent der Betroffenen haben laut Neustart die elektronische Aufsicht positiv abgeschlossen. In einem Fall brach ein Klient die Maßnahme freiwillig ab und kehrte ins Gefängnis zurück. In drei Fällen geschah das auf Veranlassung der Justizanstalt, weil gegen Auflagen verstoßen wurde.

Arbeit statt Zelle

Statt die Zeit in ihren Zellen zu verbringen, mussten die Betroffenen einer geregelten Beschäftigung im Ausmaß von mindestens 30 Wochenstunden nachgehen. Diese Vorgabe hielten alle ein, die bis zum Schluss durchhielten. Gegen keinen einzigen Neustart-Klienten wurde während des Überwachungszeitraums Strafanzeige erstattet. Zwei Drittel wurden nach Auslaufen des Modellversuchs bedingt entlassen.

Eine Arbeitsgruppe im Justizministerium soll nun klären, wie es mit den "elektronischen Fußfesseln" weitergeht. Letztlich muss der Gesetzgeber entscheiden, ob dieses Instrument eine legistische Grundlage erhält und bundesweit ausgebaut wird.

"Es ist zu hoffen, dass diese Form der Sozialarbeit in Zukunft eingesetzt werden kann und damit das Einsperren von Menschen reduziert wird und zur absoluten Ultima Ratio macht", stellt Neustart-Mitarbeiter Christof Koss im Online-Magazin des Vereins fest.(APA)

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