Jonathan Schwartz: Der coolste Pferdeschwanz in der IT

4. Februar 2009, 15:34
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Als Chef von Apple hat man einen großen Vorteil - man verkauft "coole" Produkte, da hat man es bei Sun Microsystems schon schwieriger

Wie charismatisch müssen Chefs großer IT-Konzerne eigentlich sein? Wirft man einen Blick in die Runde der Kandidaten, so scheint es, dass Charisma derzeit nicht gerade ein großes Asset in dem Berufsfeld ist.

Bei Apple hat man es leichter

So kommt CNet etwa zu dem Ergebnis, dass Jonathan Schwartz, seines Zeichens Chef von Sun Microsystems der zweitcharismatischste IT-Chef ist. Davor liegt klar Apples Steve Jobs. Doch der habe es im Vergleich zu Schwartz auch wesentlich einfacher: immerhin verkaufe Apple coole Produkte, die bei den KonsumentInnen als innovativer oder auch besser als Produkten der MitbewerberInnen wahrgenommen werden.

Sun mangelt es am "Mojo"

Schwartz hat in seinem Unternehmen mit großen KundInnen aus den Bereichen Bank- und Finanzwesen, Militär und Behörden zu tun und dennoch ist er seinem Outfit und seiner Art immer treu geblieben.  Jobs und sein schwarzer Pullover gehören ebenso zusammen, wie Schwartz und sein Pferdeschwanz. Beide sind von ihren Unternehmen und Produkten überzeugt. Und dennoch - etwas fehlt bei Sun. Aus Sicht von CNet ist es das berühmte "Mojo" - also eine gewisse Magie.

Unterschiedliche Ausgangspositionen

Schwartz' Charisma sei zwar immer noch da, aber im Vergleich zu Steve Jobs wird es gerade in den wirtschaftlichen Zeiten noch schwerer damit auch wirklich zu punkten. Sun hat in letzter Zeit massive Verluste eingefahren, IBM und HP knabbern immer mehr an Suns Kerngeschäft und während andere Konzerne längst die gewinnorientierten Hardliner an die Spitze gestellt haben um die Aktionäre zu befriedigen, bleibt Sun bei seinem Konzept.Schwartz wird es in den nächsten Monaten nicht leicht haben, so viel ist sicher. Aber ob es für Sun einen besseren CEO geben würde, ist mehr als fraglich.

"The guy still has the touch"

CNet schreibt über die Aussagen von Schwartz zu den aktuellen Entwicklungen bei Suns "Business Monday Morning"-Konferenz. "What can I say, but the guy still has the touch", so CNet. Schwartz wies darauf hin, wie wichtig Investitionen in die Technologie gerade in diesen Zeiten seien und lieferte eine Anekdoten, aber die Magie fehlte. Cloud Computing und Co. alles Themen die schon seit Jahren herumgeistern, so CNet. Sun wird weiterbestehen, vielleicht aber doch etwas abgespeckter, aber ob sich dies noch mit den Visionen von Schwartz in Einklang bringen lässt, sei dahin gestellt.(Gregor Kucera, derStandard.at, 4.2.2009)

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