Gefahren der Schwerelosigkeit untersucht

4. Februar 2009, 14:07
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Besonders Zellen des Immunsystems im Gehirn im Visier

Zürich - Forscher aus Zürich und Magdeburg untersuchen in den kommenden Tagen die gefährlichen Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf das Immunsystem. Die Experimente werden in Steig- und Sturzflügen mit einem Airbus A300 durchgeführt. Besonderes Augenmerk richten die Wissenschaftler auf die Zellen des Immunsystems im Gehirn, wie die Universität Zürich am Mittwoch mitteilte.

Bei Langzeitflügen zur Internationalen Raumstation (ISS) oder ultralangen Missionen zum Mars bestehe aufgrund des gestörten Immunsystems eine ganz reale Gefahr für das Gehirn. Das Problem liege in den Zellen selbst, die in der Schwerelosigkeit anders funktionierten als auf der Erde. So verweigere ein Teil der Zellen in der Schwerelosigkeit den Dienst, ein anderer beginne unkontrolliert zu arbeiten.

Immunprobleme

"Ohne dass Ideen existieren, wie man Langzeitflüge durch bestimmte Medikamente sicherer machen kann, fliegen wir bei jeder erdfernen Mission direkt in ein Immunproblem mit noch unbekannten Folgen für Gehirn und Körper der Astronauten", erklärte Forschungsleiter Oliver Ulrich, der hauptamtlich am Anatomischen Institut der Universität Zürich sowie nebenbei an der Universität Magdeburg tätig ist.

Ein Team von Zürcher und Magdeburger Forschern nimmt deshalb bis zum 13. Februar an der aktuellen Parabelflugkampagne des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bordeaux teil. Dabei werden in extremen Steig- und Sturzflügen mit einem Airbus Schwerelosigkeitsphasen erzeugt, in denen die Forscher direkt an Bord ihre Experimente durchführen. (APA/AP)

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