Milchpreise bröckeln

4. Februar 2009, 13:45
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Molkereien denken wegen der anhaltend hohen Milchüberschüsse über eine Senkung der Erzeugerpreise nach, Bauern sind empört

Wien - In der Milchwirtschaft gärt es. Molkereien denken wegen der anhaltend hohen Milchüberschüsse über eine Senkung der Erzeugerpreise nach, Bauern sind empört. Deutschland ist vorgeprescht: Diskonter eröffneten im Handel heuer bereits die dritte Runde bei Preisabschlägen. Molkereiprodukte verbilligten sich um bis zu 20 Prozent.
In Österreich gibt sich der Handel abwartend, Experten erwarten aber auch hier Anpassungen nach unten. Erste Verarbeiter haben ihre Preise an die Bauern schon reduziert. Tirol Milch zahlt ihnen ab März nur noch 31 Cent je Liter. Vor einem Jahr erhielten sie quer durch Österreich im Schnitt 40 Cent. Die Berglandmilch will über die weitere Preispolitik Ende Februar entscheiden. Nöm verhandelt darüber mit der Molkereigenossenschaft.
In Deutschland gibt es für die Landwirte mittlerweile weniger als 30Cent je Liter Milch. Und einmal mehr stehen Streiks im Raum.
Der Grund für die Rückkehr zum Milchüberfluss: Infolge der kräftigen Preiserhöhungen im Vorjahr zog die Produktion an, Spekulanten sprangen auf und bauten Lager auf. Doch der Konsum brach ein, das Preishoch erwies sich als Blase. Nun ist europaweit gut ein Prozent zu viel Milch am Markt. (vk, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5.2.2009)

 

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